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    Sparer flüchten vor Strafzinsen in Gold

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    By Sachwert-Redaktion on 4. April 2016 Gastbeiträge

    Uwe Fraust |

    Zinsen auf Rekordtief, Immobilienpreis auf Rekordhoch – Otto Normalsparer wird durch die Politik der Notenbanken, allen voran der Europäischen Zentralbank, seit Jahren massiv belastet. Sparen lohnt sich nicht mehr – und wer Rendite erzielen will, muss auf risikoreiche Anlagen setzen. Viele Tabus wurden durch die Notenbanken in den vergangenen Jahren gebrochen – und ein neuerlicher Tabubruch könnte kurz bevor stehen: Andreas Dombret, Vorstand der Bundesbank für Banken- und Finanzaufsicht, hat gegenüber „Spiegel Online“ bekräftigt, dass er Negativzinsen auf Konten von Privatkunden für möglich hält. Je länger das gegenwärtige Zinsumfeld Bestand habe, desto höher ist laut Dombret auch die Wahrscheinlichkeit, dass man die Negativzinsen vielleicht doch weitergeben müsse.

    Bislang beschränkte sich die Negativzins-Problematik auf Geschäftskunden – und diese haben längst Alternativen entdeckt: In den vergangenen Wochen mehrten sich die Meldungen, nach denen institutionelle Anleger wie Versicherungen ihre Bankeinlagen abgezogen und in Bargeld oder Gold umgeschichtet haben. Die Unternehmenskunden wollen dadurch Strafzinsen von 0,4 Prozent für hohe Einlagen vermeiden. Nikolaus von Bomhard, Vorstandchef des Rückversicherers Munich Re, machte Mitte März unmißverständlich deutlich: „Die Geldpolitik der EZB ist am Ende. Hier ist alles aus dem Ruder gelaufen.“ Sein Konzern und viele andere setzen in einer Zeit des digitalen Geldes auf physische Sicherheit – deutlicher kann ein Mißtrauensvotum gegenüber der EZB-Politik nicht ausfallen.

    Im Nullzins-Zeitalter spielen sich erstaunliche Szene ab: Inzwischen denken sogar die öffentlich-rechtlichen Sparkassen, bislang als Stabilitätsanker vor Ort bekannt, über die Einlagerung von Bargeld nach. Zudem werden Schließfachanlagen massiv ausgebaut, die Nachfrage befindet sich auf Rekordniveau. Denn immer mehr Bürger sorgen sich um ihre Altersversorgung und sorgen mit Sachwerten vor. Oder sie machen Schulden, denn die Zinsen für Kredite liegen auf Rekordtiefs. Dass diese Entwicklung nicht gesund ist, dürfte offensichtlich sein. Ebenso, dass es zu höheren Zinsen und einer zurückhaltenden Geldpolitik keine Alternative gibt.

    Der Goldpreis hat nach einer fulminanten Rallye bei 1280 US-Dollar eine Verschnaufpause ein und ist zwischenzeitlich auf das Niveau von 1210 US-Dollar abgerutscht. Doch während die ersten Marktbeobachter von einer Fortsetzung des Gold-Crashs sprachen, zeigte Gold eindrucksvoll seine aktuelle Stärke und konnte sich am letzten Mittwoch nach zurückhaltenden Zins-Kommentaren der US-Notenbankchefin Janet Yellen auf 1230 US-Dollar vorarbeiten. Bei 1260 US-Dollar befindet sich ein stärkerer Widerstand, an dem Gold in den vergangenen Wochen mehrfach abgeprallt ist. Die Chancen stehen aber gut, dass diese Marke in den nächsten Tagen nachhaltig überwunden wird. Dann liegen die nächsten Wegmarken bei 1300 und 1350 US-Dollar, das mittelfristige Kursziel wird von vielen Analysten bei 1400 US-Dollar gesehen.

    Für steigende Goldpreise spricht neben der Unsicherheit um die künftige Zinspolitik der wichtigsten Notenbanken auch ein Detail, welches in der öffentlichen Berichterstattung bislang vernachlässigt wurde: Die Zuflüsse in Gold-ETFs, also börsengehandelte Goldfonds, nehmen immer weiter zu. Einer Berechnung des Investmenthauses RBC Capital Markets zufolge sind die weltweiten Bestände inzwischen auf 56,9 Millionen Unzen Gold angestiegen, zum Jahresbeginn waren es noch 47 Millionen. Diese Entwicklung stützt den Goldpreis, der inzwischen vorrangig auf dem Markt für „Papiergold“ gemacht wird und mit dem tatsächlichen Angebot an physischem Edelmetall wenig zu tun hat.

    Neben den ETF-Zuflüssen gibt es eine ganze Reihe an Gründen, die für ein weiterhin erfolgreiches Gold-Jahr 2016 sprechen. Geopolitische Risiken rund um den Globus sorgen dafür, dass Anleger auf Sicherheit setzen. Anlage-Alternativen gibt es inzwischen kaum noch, neben der bereits seit Jahren anhaltenden negativen Realverzinsung belastet auch die Sorge vor einem möglichen Bargeldverbot. Zudem bauen Zentralbanken weiter massiv Goldbestände in physischer Form auf. Unterm Strich ist also davon auszugehen, dass die mehrjährige Bodenbildung bei Gold durch einen neuen Aufwärtstrend abgelöst wird.

     

     

    Bild: REK pixelio

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