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    Japan beginnt weltweit ersten Tiefseeabbau seltener Erden – Strategie gegen Lieferengpässe

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    By Redaktion on 12. Januar 2026 Rohstoffe

    Japan hat im Januar 2026 einen historischen Schritt unternommen und die erste weltweite Testkampagne zum Tiefseeabbau seltener Erden gestartet. In Gewässern rund 1 950 Kilometer südöstlich von Tokio nahe der abgelegenen Insel Minamitorishima soll ein Forschungsschiff der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC) sedimentreiche Schichten in etwa sechstausend Metern Tiefe erkunden und erstmals kontinuierlich Material mit hohen Konzentrationen seltener Erden aus dem Meeresboden heben.

    Der Schritt ist Teil einer staatlich geförderten Strategie, um die Abhängigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu verringern. Seltene Erden wie Neodym, Dysprosium oder Yttrium sind für die Herstellung moderner Technologiekomponenten, darunter Elektromotoren, Elektronik und Hightech-Magneten, unverzichtbar und werden bislang weitgehend aus China importiert. Obwohl Japan seine Importabhängigkeit durch Diversifizierungsmaßnahmen in den letzten Jahren von etwa neunzig auf rund sechzig Prozent reduzieren konnte, bleibt der asiatische Nachbar für bestimmte schwere seltene Erden dominant.

    Die laufende Mission, die bis zum 14. Februar 2026 andauert, soll nicht nur Techniken zur Förderung von Tiefseeschlamm testen, sondern zugleich Auswirkungen auf Ökosysteme beobachten und die Grundlage für mögliche Kommerzialisierungsversuche bis 2027 schaffen. Wenn dieser Pilot erfolgreich ist, planen japanische Behörden, die tägliche Förderung auf bis zu dreihundertfünfzig Tonnen Sediment zu steigern, um die wirtschaftliche Machbarkeit zu prüfen. Langfristig will Tokio dadurch eine eigene Quelle seltener Erden aufbauen und die strategische Versorgung seiner Industrien stärken.

    Die Initiative fällt in eine Phase verschärfter geopolitischer Spannungen, da China zuletzt Exporte bestimmter Dual-Use-Güter und möglicherweise auch seltener Erden nach Japan eingeschränkt hat, was die Dringlichkeit eigener Rohstoffquellen unterstreicht. Japans Regierung hat diese Exportkontrollen mehrfach kritisiert und betont, dass sie einen unakzeptablen Eingriff in wirtschaftliche Beziehungen darstellten. Parallel suchen Tokio und Verbündete, darunter die G7-Staaten, nach gemeinsamen Strategien zur Sicherung kritischer Lieferketten.

    Während es bislang keinerlei großindustrielle Tiefseegewinnung seltener Erden gibt und der kommerzielle Einsatz noch unbewiesen ist, unterstreicht Japans Engagement die wachsende Bedeutung strategischer Rohstoffe für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und geopolitische Autonomie. Kritiker und Umweltverbände warnen zugleich vor unkalkulierbaren ökologischen Risiken dieser Form von Rohstoffabbau, für die bisher umfassende internationale Regelwerke fehlen.

    SK

    Beitragsbild: IMAGO / AFLO

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