Von Marc Philipp Brandl. Der EZB-Rat macht sich Sorgen wegen des Ölpreisverfalls. Etwas merkwürdig, da der Präsident der EZB, Mario Draghi, diesen Preisverfall selbst vor einem Jahr prognostizierte. Deshalb verwundert es umso mehr, dass sich der EZB-Rat genau deshalb, wegen einer Konjunkturschwäche in den Schwellenländern und Schwankungen an den Finanzmärkten, sorgen macht. Darüber hinaus unterschätzt die EZB seit 2013 den Aufschwung in der Eurozone und redet permanent von Risiken, ohne die Chancen zu sehen, geschweige denn diese zu kommunizieren. Ganz anders geht der Chef der schweizerischen Zentralbank, Jordan, mit dieser Problematik um. Er sieht die Gründe für die Deflation in der Schweiz im niedrigen Ölpreis und in den sinkenden Preisen für Importgüter. Einen Einfluss hierauf hat die schweizerische Notenbank mit ihren geldpolitischen Maßnahmen ohnehin nicht. Das zeigt auch die Vergangenheit, denn weder der Chef der schweizerischen Zentralbank, noch der EZB-Rat konnte in der Vergangenheit durch Ankäufe von Anleihen und anderen Aktivitäten den Ölpreis bewegen.
Für die Eurozone stellt der niedrige Ölpreis eine konjunkturelle Belebung des Binnensektors dar. Bei Betrachtung der Fakten wird deutlich, dass der niedrige Rohölpreis wohl kaum nachhaltig ein Problem für die Weltökonomie darstellen wird.
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