Von Claus Vogt
Bevor ich auf Gold zu sprechen komme, vorab eine kleine Anekdote zu den Irrungen und Wirrungen des Lebens. Ihnen ist sicher bekannt, dass die parteinahen Stiftungen von CDU, SPD, CSU, FDP, Linken und Grünen haben 2017 durch den Staat Zuschüsse in Höhe von 581,4 Millionen Euro erhalten. Das ist ein Rekordwert. In diesem Marktkommentar hat unser Autor Gotthilf Steuerzahler (s.u.) die problematische Finanzierung staatlicher und parteinaher Stiftungen bereits mehrmals unter die Lupe genommen, und selbst der Bund der Steuerzahler hat sich wiederholt kritisch geäußert.
Unter der Überschrift „Rechte Hetze und rechtsradikale Chiffren erkennen“ stellen die Autoren sieben „Kommunikationstypen“ vor. Einen davon nennen sie „den Staat hassend.“ Dazu heißt es: „Der Staatshasser liest Bücher – libertäre Standardwerke von Hayek bis Mises“.
Nun gehören Mises und Hayek natürlich zu den Vätern des Klassischen Liberalismus. Man mag sie als Staatsskeptiker bezeichnen. Dabei sollte man allerdings nicht unterschlagen, dass Ludwig Erhards Vision einer sozialen Marktwirtschaft und deren erfolgreiche Umsetzung auf den Erkenntnissen des Klassischen Liberalismus basierten.
Wer mit Hayek, Mises und Erhard beispielsweise für Selbstbestimmung und Selbstverantwortung eintritt oder sich gegen das staatliche Geldmonopol, die ungezügelte Staatsverschuldung, den Interventionismus – auch in Form von Bankenrettungen – oder eine unausgegorene Währungsunion ausspricht, ist deshalb noch lange kein Staatsfeind. Die Geschichte zeigt jedoch, dass Klassisch-Liberale von rechts- und linksradikalen Regierungen gleichermaßen als deren Feinde verfolgt wurden.
Es gibt viele gute Gründe, Gold zu kaufen. Der Schutz vor politischen Fehlentwicklungen ist einer davon, der Schutz vor Geldentwertung ein anderer. Die ökonomische und politische Großwetterlage in Europa ist sehr bedenklich.
Deshalb sehen Roland Leuschel und ich im Moment gleich sechs gute Gründe, die aus Sicht eines Europäers für Gold sprechen:
Kein Wunder also, dass der Goldpreis in Euro gerade ein klares Kaufsignal gegeben hat.
Wir sehen in der leicht nach oben geneigten Seitwärtsbewegung der vergangenen Jahre das Sprungbrett für eine lang anhaltende Hausse – genau wie Anfang des Jahrtausends.
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