Panorama

KI-Blase: Warnzeichen verdichten sich

Ein Marktkommentar von Claus Vogt

Am 12. September 2026 forderte der Anthropic-CEO Dario Amodei, das Tempo der KI-Entwicklung zu verlangsamen. Die Geschwindigkeit der Entwicklung dieser Technologie würde ihn beängstigen. Während dies in der Mainstreampresse für kollektive Zukunftsängste sorgte, fragen wir uns nach den Anreizen, die der Geschäftsführer eines Unternehmens haben kann, um sein eigenes, scheinbar florierendes Geschäftsmodell an die politische Leine nehmen zu lassen.

3 Min.

28.09.2026

Um es kurz zu fassen: Anthropic könnte aufgrund der extremen Risiken, die KI-Provider eingegangen sind, in bilanziellen Schwierigkeiten stecken, die es als nicht börsennotiertes Unternehmen nicht offenlegen muss. Eine Art »Entschädigungszahlung« für ausbleibende Gewinne im Falle einer Regulierung des weiteren Ausbaus der KI-Infrastruktur oder gar eine direkte Beteiligung des Staates wäre für das hochverschuldete Unternehmen nicht nur eine sehr willkommene Liquiditätsspritze, sondern ein Sicherheitsnetz für die überaus ungewisse Zukunft des KI-Geschäftsmodells.

Schwächezeichen der US-Konjunktur

Nicht nur die immer weiter zunehmende Spekulation in einem Sektor, dessen KI-Endprodukte in der Realwirtschaft bisher kaum Anwendungen finden, sollte Börsianern als Warnzeichen dienen. Auch der US-Immobiliensektor zeigt deutliche Schwächezeichen. Während Umfragen unter Bauunternehmern in den USA ein ernüchterndes Gesamtbild des Immobilienmarktes zeichnen, lassen sich bei den Aktien prominenter US-Immobilien-Kreditgeber charttechnische Warnzeichen erkennen.
Der Immobiliensektor gilt zurecht als ein treffsicherer Rezessionsindikator, da hier Schwächezeichen oft vor dem offiziellen Beginn einer Rezession auftreten. Die Theorie dahinter besagt, dass eine derartig langfristige Investition wie der Kauf eines Eigenheims nur von Menschen getroffen wird, die nicht mit Gehaltseinbußen oder gar dem Verlust des Arbeitsplatzes rechnen. Wer sich um seine Zukunft sorgt, erwirbt keine Immobilie. Diese Schwächezeichen der US-Wirtschaft kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für die Trump-Regierung.

Höhere Zinsen, steigender Druck

Die Entscheidung des Fed-Präsidenten Kevin Warsh, den Leitzins zu erhöhen, ist der Versuch, ihn mittelfristig als vermeintlich konservativen Zentralbanker aufzubauen. Dennoch ist das Timing der Entscheidung – auch aus den oben genannten Gründen – ein Risiko für Trump. Außerdem entziehen höhere Anleihenzinsen den Aktienmärkten Liquidität und können auf diese Weise Verkaufsdruck erzeugen. Darüber hinaus würde ein weiterer Anstieg der Zinsen Trumps fiskalischen Spielraum erheblich einschränken, da die enorme Neuverschuldung für ihn teurer würde.

Gold als Anker

In diesen hochriskanten Zeiten, in denen die Warnsignale für die Börse und die US-Wirtschaft immer deutlicher werden, bieten wir Ihnen eine klare und konservative Strategie. Neben einem hohen Goldanteil als strategisches Basisinvestment präsentieren wir Ihnen Aktien und andere Vermögenswerte, mit denen Sie – auch in rauen Gewässern – stets mit einem entspannten Lächeln in Ihr Depot schauen können.
 

Der Autor:

Claus Vogt ist Finanzanalyst und Autor von »Krisensicher Investieren«. Der Gold- Preisbänder-Indikator dient seinen Prognosen im Edelmetallsektor. 

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