Von Claus Vogt
vor zwei Wochen habe ich hier geschrieben, dass der DAX seine nächste große Abwärtswelle begonnen hat. Inzwischen ist er auf 12.100 Punkte gefallen. Damit notiert er bereits 1.500 Punkte oder 11% unter seinem Hoch, das er im Januar 2018 erreicht hat.
Auf dem folgenden Chart zeige ich Ihnen noch einmal die mächtige Topformation, die der DAX in den vergangenen anderthalb Jahren herausgebildet hat. Sie ist nahezu perfekt und empfiehlt sich damit für jedes Lehrbuch der Chartanalyse. Viel wichtiger jedoch ist, dass diese Formation auf eine schwere Baisse hindeutet. Deshalb sollten Sie dieses Signal nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Der DAX nähert sich der nächsten entscheidenden Abwärts-Marke. Dieser Chart ist bearish.
Die jüngste Abwärtswelle erfolgte mit hoher Dynamik. Das deutet darauf hin, dass sie im größeren Zusammenhang gesehen tatsächlich und wie von mir erwartet den Auftakt einer Baisse darstellt.
Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus dem Euroraum passen perfekt zu dieser Interpretation des Geschehens. So sind die Aufträge der deutschen Industrie im Juni mit einem Minus von 4% stark eingebrochen. Die Analysten hatten hingegen mit einem unbedeutenden Rückgang von nur 0,4% gerechnet. Das Geschehen in der Türkei wird die europäische Wirtschaft zusätzlich belasten und auch das ohnehin völlig marode Großbankensystem Südeuropas in Mitleidenschaft ziehen. Exportweltmeister Deutschland befindet sich in einer besonders exponierten und gefährdeten Position. Die mächtige Topformation des DAX spiegelt das sehr deutlich wider. Doch das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, im Gegenteil. Verdienen können Sie auch an fallenden Kursen.
Der DAX nähert sich bereits der nächsten sehr wichtigen Marke. Wenn diese Marke überzeugend gebrochen wird, gilt die Baisse als bestätigt. Dann werden wir unser Short-Engagement in Krisensicher Investieren deutlich erhöhen. Nach unten geht es an der Börse gewöhnlich sehr schnell. Deshalb sollten Sie jetzt keine Zeit verlieren und sich positionieren.
Auch an der extrem überbewerteten US-Börse haben die Warnsignale deutlich zugenommen. Beispielsweise sind die Wertpapierkredite relativ deutlich zurückgegangen, obwohl die Kurse noch nicht wirklich gefallen sind. Das ist ungewöhnlich, und es ist ein bearishes Zeichen.
Der US-Börse stehen stürmische Zeiten bevor. Der Aufschwung und die Aktienhausse der vergangenen Jahre basierten nahezu ausschließlich auf der ultra-laxen Geldpolitik der Fed. Jetzt steht die Zentralbank jedoch schon seit einiger Zeit auf der geldpolitischen Bremse. Das ist eine wichtige Veränderung, deren Bedeutung Sie nicht unterschätzen sollten.
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