Stellen Sie sich vor, Sie möchten für 10 Jahre verreisen und Sie hätten während dieser Zeit keine Möglichkeit, sich um Ihre Geldanlagen zu kümmern. Wie würden Sie Ihr Geld in Anbetracht eines volatilen Aktienmarktes, eines problembelasteten Immobilienmarktes und einer allgemeinen ökonomischen Malaise bis zum Zeitpunkt Ihrer Rückkehr anlegen?
Silber und Gold sind Vermögensanlagen, die in den letzten 10 Jahren attraktive Gewinne und gleichzeitig einen Vermögensschutz boten, der unabhängig von allen anderen Anlageklassen war. Dabei hat Silber neben dem monetären Charakter noch den Charme eines elementaren Rohstoffs und da immer noch so wenige Investoren die wirkliche „Silber-Story“ kennen, grenzt es fast an Sicherheit, dass Silber mit der Zeit mehr Anerkennung finden wird.
Das Silberangebot unterliegt Beschränkungen und Grenzen. Die Förderung und Produktion generell aller Metallressourcen wird von Jahr zu Jahr teurer. Das liegt an den steigenden Abbaukosten und auch daran, dass die Gehalte zurückgehen. Die größten und billigsten Lagerstätten wurden schon gefunden und abgebaut.
Steigende Lebensstandards drücken sich unter anderem in steigendem Einsatz von elektronischen Geräten in all ihren Formen aus – von Fernsehgeräten, Kühlschränken über Waschmaschinen, Computern hinzu Mobiltelefonen. Silber ist der beste elektrische Leiter, und wachsende Nachfrage scheint hier sicher. Silber verfügt zudem über weitere Eigenschaften: Es besitzt die besten Reflexionseigenschaften, es hat die höchste Wärmeleitfähigkeit. Diese Eigenschaften machen das Metall unverzichtbar im modernen Leben.
Heutzutage existiert mehr Investitionskapital als jemals zuvor. Auch die Kapitalbasis ist konzentrierter als jemals zuvor – verteilt auf Banken, große Investment-Pools und Hedgefonds. Wir reden hier von vielen Billionen Dollars. Das gesamte handelsfähige Silber der Welt hat einen Wert von weniger als 35 Mrd. $ – das ist gerade mal die Hälfte des Börsenwertes einer der größeren deutschen Aktiengesellschaften.
Vor zehn Jahren gab es aber ein Problem nicht: das wachsende Unbehagen gegenüber Staatsschulden. Staatsschulden der entwickelten Welt werden plötzlich kritisch betrachtet und gemieden. Das wird nicht einfach so wieder aufhören oder einfach zu beheben sein. Und man kann sich durchaus vorstellen, dass das Misstrauen gegenüber dem Papier noch weiter wachsen wird. Misstrauen gegenüber dem Papier bedeutet Misstrauen gegenüber dem Zahlungsversprechen einer anderen Partei. Als einzige Fluchtweg bleibt dahingehend nur der Wechsel zu Vermögensanlagen, die nicht von Zahlungsversprechen und der Zahlungsfähigkeit anderer abhängig sind. Gold und Silber sind die besten Beispiele für solche Anlageformen.
Zu gegebener Zeit wird dieses Geld nach besseren Erträgen suchen als die aktuell auf versicherte Bankeneinlagen gezahlten quasi null Prozent. Gold und Silber werden in den nächsten Jahren weiterhin Teile dieses Geldes anziehen. Die beiden Edelmetalle befinden sich im Moment noch in ausgeprägten Konsolidierungsphasen. Das Jahr 2011 neigt sich dem Ende entgegen und wir sind für 2012 sehr optimistisch für Edelmetalle. Denn es ist schlichtweg reine Vernunft, die Anleger dazu veranlasst, Gold und Silber zu kaufen.
Hubert Roos, Inhaber und Geschäftsführer der SilviOr-GmbH
Hubert Roos veröffentlichte im Jahr 2003 den Investment-Ratgeber „Gold-Boom“ und im Jahr 2004 „Big-Silver“, das erste deutschsprachige Investment-Buch über Silber – beide erschienen im Börsen-Buch-Verlag.
Artikel vom 15.12.2011