Politik, Wirtschaft und Finanzkrisen halten die Finanzwelt ständig in Atem. Ronny Wagner ist Geldcoach und leitet die Schule des Geldes e.V. Als Geschäftsführer des Edelmetallhandelshauses Noble Metal Factory verantwortet er die Beschaffung und Lagerung von Edelmetallen für deren Kunden. Im Interview spricht er über seine Geldschule und seine Einschätzung zur derzeitigen Finanzmarktsituation.
Mein Wunsch war und ist es, dass Menschen eigenständige Entscheidungen in finanziellen Fragestellungen treffen und sich selbstständig eine fundierte Meinung bilden können. Leider hat das Thema der finanziellen Bildung keinen besonders hohen Stellenwert in unserer heutigen Gesellschaft. Seine Zukunft vermeintlichen Experten und Politikern anzuvertrauen, kann sich als schwerwiegender Fehler herausstellen. Kompetenz in Geldfragen entwickeln und sich damit unabhängig von Dritten machen, ist mein Motiv für die Etablierung der Schule des Geldes.
Das Ziel ist es, dem Einzelnen finanzielle Bildung zu ermöglichen. Geldbildung steht leider auf keinem Lehrplan an deutschen Schulen. Wir haben täglich finanzielle Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft zu treffen. Geld ist unser ständiger Begleiter. Diese Tatsache muss sich auch in der Ausbildung der Menschen widerspiegeln.
Das Leben gleicht einem Spiel. Somit spielen wir auch jeden Tag das Geldspiel. Wenn man an einem Spiel teilnimmt, sollte man dessen Regeln, den Aufbau, das Ziel des Spiels und die Mitspieler kennen. Nur dann macht es Sinn, das Spiel auch mit zu machen. Doch sind den meisten Menschen diese Dinge leider unbekannt.
Menschen treffen meist Anlageentscheidungen aufgrund von vergangenheitsbezogenen Betrachtungen und investieren meist nur in Geldanlagen, die sie kennen und die sie bisher immer genutzt haben. Da die meisten Menschen eher konservativ denken und handeln, tun sie sich sehr schwer damit, einmal getroffene Entscheidungen rückgängig zu machen und sich auf unbekanntes und unsicheres Terrain vorzuwagen. Veränderungen fallen diesen Menschen schwer. Doch die Welt dreht sich immer weiter. Entwicklungen dürfen nicht verschlafen werden. Der Finanzmarkt ist da sicher ein sehr gutes Beispiel. Auf das derzeitige wirtschaftliche und politische Umfeld kann nicht mit Anlageformen reagiert werden, die vor 30 Jahren genutzt wurden. Ein Beispiel: Zinsanlagen wie Sparbücher, Lebensversicherungen oder Staatsanleihen funktionieren sicher in Hochzinsphasen. Im aktuellen Zinsumfeld ist jedoch das Versagen vorprogrammiert. Diese einfachen Zusammenhänge zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren, ist das Gebot der Stunde.
Der Erhalt und Aufbau von Vermögen ist das oberste Ziel sämtlicher Anlagestrategien. Doch was ist Vermögen? Interessant ist die Definition des Begriffes im Duden. Hier finden wir folgende Beschreibung:
Gar nicht! Die langfristigen Zyklen und der Aufbau unseres Geldsystems erzwingen diese Verwerfungen ständig. Daher sind Boom und Bust an den Kapitalmärkten keine Überraschung. Die Notenbanken mit ihrer ruinösen Politik sind die Hauptverursacher dieser Entwicklung.
Wenn sich die globale Finanzkrise in den kommenden Jahren entfaltet, werden die Gelddruckmaschinen der Notenbanken heißlaufen. Das hat die totale Entwertung der meisten Währungen durch Hyperinflation, mit voraussichtlichen monatlichen Inflationsraten ab 50 Prozent aufwärts, zur Folge. Ein Blick in die Geschichtsbücher offenbart, dass es drei Arten von Geld gibt: wertloses, bald wertloses und ewiges. Da jegliches Papiergeld im Laufe der Geschichte immer auf Null gesunken ist, wird dies auch mit den heutigen Währungen in den kommenden Jahren passieren.
Die einzige Möglichkeit des Schutzes vor der totalen Zerstörung von Geldwerten, wie Lebensversicherungen, Bausparen, Tagesgeld, Sparbuch usw., ist physisches Gold- und Silbereigentum – ewiges Geld eben.
Das Hauptproblem der Anleger ist das richtige Verständnis von Risiko. Die meisten Anleger und deren Berater glauben, Risiko und Volatilität ist das gleiche. Doch weit gefehlt. Was sagt es denn dem Anleger, wenn eine Anlageform im Durchschnitt um 10 Prozent um einen Mittelwert schwankt? Gar nichts. Das wäre so, als wenn ich Sie fragen würde, ob Sie durch einen Fluss gehen würden, der im Durchschnitt 1,50 Meter tief wäre. Natürlich würden Sie das nicht tun. Entscheidend ist doch, wie tief der Fluss an der tiefsten Stelle ist. Für die Geldanlagen bedeutet das, dass wir uns das Worst-Case Szenario anschauen müssen. Was passiert mit meiner Anlage im schlimmsten Fall. Die Antwort in unserer auf Forderungen und Ansprüchen durchtränkten Geldanlagewelt lautet: Totalverlust. Die Altersvorsorge auf diesen Ansprüchen und Forderungen aufzubauen, wird sich als schwerer Fehler herausstellen.
Das bestgehütete Anlagegeheimnis der Welt ist, dass man tatsächlich eine Geldanlage kaufen kann, die folgende Eigenschaften aufweist: Es handelt sich um die ultimative Anlage zur Vermögenssicherung, die ihren realen, inflationsbereinigten Wert im Wandel der Zeiten behält. Sie hat einen stabilen, intrinsischen Wert und ist vollkommen liquide. Sie ist als Tauschmittel begehrt und das einzige Geld, das bis heute überlebt hat. Ihr stehen keine Verbindlichkeiten oder Schulden gegenüber und sie weist ein hohes Potential erheblicher Preissteigerung auf. Gold und Silber ist für die meisten Anleger ein Buch mit sieben Siegeln. Das wird sich sicher in der nächsten Zeit ändern müssen. Denn ich sehe keine Alternativen.
Warte nicht, um Edelmetalle zu kaufen. Kaufe Edelmetalle und dann warte.
Den Menschen zu zeigen, wie man aus Geld Vermögen macht und, gerade in der heutige Zeit, Vermögen sichern kann. Das ist das Gebot der Stunde. Die Angebote des Finanzdienstleistungsmarktes beschränken sich meist auf Forderungspapiere. Das ist ja auch die Aufgabe dieses Marktes. Ansprüche auf Vermögen zu verkaufen. Vermögen nach der vorhin genannten Definition suchen wir hier vergeblich.
Diese Unterscheidung machen zu können und zu erkennen, dass die derzeit von den meisten Menschen betrieben Altersvorsorge keine wirklich effektive Maßnahme ist, um eine spätere materielle Notlage zu vermeiden.
Teilnehmen kann jeder: Unternehmer, Privatperson Jugendliche.
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