Aus dem Magazin

Wenn Krypto auf den Kapitalmarkt trifft

Ein Trading-Experte über die Zukunft des Finanzsystems

Krypto-Trading hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischen-Invest zu einer Geldanlage von steigendem öffentlichem Interesse entwickelt. Zunehmend beginnen auch institutionelle Investoren, sich systematisch mit Blockchain-Technologien auseinanderzusetzen. Doch bringt diese Entwicklung neben Chancen auch Risiken mit sich? Diese Frage steht im Zentrum des Interviews mit Harun Taktak. Im Gespräch mit uns erläutert der Trading-Experte, wie die Öffnung des Krypto-Marktes das traditionelle Finanzsystem verändert.  

3 Min.

02.07.2026

Herr Taktak, Krypto-Trading erreicht zunehmend die breite Masse. Was unterscheidet den Handel mit Kryptowährungen von anderen Anlageformen – etwa Aktien oder ETFs? 

Der größte Unterschied ist für mich ganz klar die Dynamik: Kryptowährungen schlafen nicht. Der Markt läuft 24/7, es gibt keine Börsenschlusszeiten, keine klassische Mittagspause und keine ruhigen Wochenenden. Das macht Krypto auf der einen Seite extrem spannend, auf der anderen Seite aber auch deutlich anspruchsvoller.  Bei Aktien oder ETFs investiert man häufig eher langfristig, oft in etablierte Unternehmen, Branchen oder ganze Märkte. Krypto ist viel jünger, schneller und emotionaler. Nachrichten, Communities, Regulierungen, technische Entwicklungen oder auch einfach nur Marktstimmung können Kurse sehr stark bewegen.  Genau deshalb sage ich immer: Krypto ist nicht einfach »eine Aktie, nur digital«. Es ist ein eigener Markt mit eigenen Regeln. Man braucht mehr Aufmerksamkeit, ein gutes Risikomanagement und vor allem die Fähigkeit, nicht jeder Bewegung hinterherzurennen. Viele kommen in den Markt, weil sie schnelle Gewinne sehen. Aber wer langfristig bestehen will, muss verstehen, dass Trading nicht nur aus Kaufen und Verkaufen besteht, sondern aus Disziplin, Strategie und Geduld.  

Die Wall Street hat vor einigen Monaten explizit erklärt, sich für die Blockchain-Technologie zu öffnen. Wie bewerten Sie diese Entwicklung? 

Ich sehe das als sehr klares Signal: Blockchain ist endgültig nicht mehr nur ein Thema für Krypto-Nerds oder frühe Bitcoin-Fans. Wenn große Finanzinstitute, Banken und Vermögensverwalter sich ernsthaft damit beschäftigen, dann zeigt das, dass diese Technologie gekommen ist, um zu bleiben. Natürlich muss man dabei unterscheiden: Die Wall Street öffnet sich nicht aus Idealismus. Sie sieht Chancen, neue Märkte, neue Produkte und neue Effizienz. Aber genau das ist auch ein wichtiger Schritt. Jahrelang wurde Krypto belächelt, teilweise bekämpft, und jetzt merkt man: Die Technologie dahinter kann das Finanzsystem tatsächlich verändern. Für mich ist das grundsätzlich positiv, weil es mehr Vertrauen, mehr Liquidität und mehr professionelle Infrastruktur in den Markt bringt. Gleichzeitig darf man nicht naiv sein. Wenn große Player in den Markt kommen, verändert sich auch das Spiel. Dann geht es nicht mehr nur um Dezentralität und Freiheit, sondern auch um Kontrolle, Regulierung und institutionelle Interessen.

Das gesamte Interview »Wenn Krypto auf den Kapitalmarkt trifft« und weitere interessante Texte lesen Sie im aktuellen SACHWERT Magazin ePaper Ausgabe 165 -> LINK

 

 


 

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