Aus dem Magazin

Das Schweigen der Milliardäre

Ein Gastbeitrag von Dr. Dr. Rainer Zitelmann 

Ein Gastbeitrag von Dr. Dr. Rainer Zitelmannie wahren Herrscher der Welt«, schreibt der Schweizer Soziologe und Kapitalismuskritiker Jean Ziegler in seinem Buch »Was ist so schlimm am Kapitalismus«, seien die Superreichen: »die winzig kleine Gruppe von Männern und Frauen unterschiedlicher Nationalität, Religion, Herkunft, aber alle einander ähnlich in ihrer Energie, ihrer Gier, in der Verachtung für die Schwachen, der Gleichgültigkeit gegenüber dem Gemeinwohl, der Blindheit für die Geschicke des Planeten und das Schicksal der Menschen, die auf ihm leben«. Sie sind die »kalten Monster«, diese »Oligarchen des globalisierten Finanzkapitals«, das heute »die eigentliche Weltregierung ist«. Aber nur ganz wenige erkennen dies, weil »eine Handvoll Milliardäre den größten Teil der Medien kontrolliert. Sie sorgen dafür, dass keine allzu schockierenden Informationen über die Opfer der kannibalischen Weltordnung das kollektive Bewusstsein erreichen«.

4 Min.

Erschienen in Ausgabe 164, am 19.05.2026
26.05.2026

Hollywood: Reiche als Feindbild 

Jeden Tag lesen wir in den Medien von mächtigen Lobbygruppen, die die Politik beeinflussen oder sogar die Gesetze schreiben. In Hollywood-Filmen geht es nicht selten um den Kampf zwischen den Guten, die finstere Verschwörungen mächtiger Konzerne aufdecken – und auf der anderen Seite stehen die Politiker, die als Marionetten der Kapitalisten dargestellt werden.  Hier einige Beispiele, vermutlich sind einige Filme dabei, die Sie schon gesehen haben: 

• »Spiel mir das Lied vom Tod«: Ein Eisenbahnunternehmer engagiert Banditen, die unschuldige Menschen und sogar Kinder ermorden, weil sie seinen wirtschaftlichen Zielen im Weg stehen.  

• »Flammendes Inferno«: Ein Bauunternehmer spart aus Profitgier beim Brandschutz, was zu einer Feuerkatastrophe führt, in der viele Menschen sterben.  

• »Maske des Zorro«: Der Reiche plant, Hunderte von Minenarbeitern zu opfern, um an einen Schatz zu kommen.  

• »Casino Royale«: Ein Banker engagiert einen Attentäter, der einen Flugzeug-Prototypen in die Luft sprengen soll. Per Börsenspekulation möchte er so ein Vermögen verdienen. Den Tod aller Beteiligten nimmt er billigend in Kauf.  

• »James Bond 007: Ein Quantum Trost«: Der Unternehmer Greene will einen Militärführer als Staatschef von Bolivien einsetzen, um an Wasserreserven zu gelangen. Dafür geht er über Leichen.  

• »Wall Street«: Ein reicher Börsenmakler möchte die Firma Bluestar Airlines nach der Übernahme zerschlagen und in Einzelteilen verkaufen. Damit wird er Hunderte von Arbeiterfamilien in den Ruin treiben.  

• »The Wolf of Wall Street«: Ein Investmentbanker und seine Firma beteiligen sich an Pennystocks und verbreiten anschließend falsche Nachrichten, bzw. Gerüchte über das Unternehmen, um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben und so ein Vermögen zu machen.  

• »Ocean’s 13«: Ein reicher Casino-Besitzer betrügt seinen weniger reichen Geschäftspartner, um sich dessen Spielbank anzueignen, und nimmt dabei auch den Herzinfarkt des anderen in Kauf.  

Kein Tag vergeht, ohne dass von SPD und LINKEN Parolen gegen »Reiche«, »Superreiche« und »Besserverdiener« verbreitet werden. Reiche sind beliebte Feindbilder. Ein zentraler Vorwurf lautet, sie schadeten der Demokratie, weil sie überproportional Einfluss ausübten.  Mehrheit sieht politische Macht der Reichen als Problem In den Jahren 2021 und 2022 wurde in 34 Ländern eine repräsentative Befragung über die Einstellung zu Marktwirtschaft und Kapitalismus durchgeführt. Unter anderem wurden den Befragten 18 positive und negative Aussagen über den Kapitalismus vorgelegt. Das Ergebnis zeigt, was die Menschen am Kapitalismus besonders stört – und was sie an ihm schätzen bzw. was sie weniger stört. In 33 von 34 Ländern (die einzige Ausnahme ist Vietnam) gehört die kritische Aussage »Der Kapitalismus ist von Reichen dominiert, sie bestimmen die Politik« zu den fünf am häufigsten genannten.   Dies ist auch das Thema des Buches von John O. McGinnis, »Why Democracy Needs the Rich« (Encounter Books, New York, London 2026). Im Unterschied zu anderen Büchern geht es nicht primär um den – je nach Standpunkt des Autors – positiven oder negativen Beitrag von Reichen zur Wirtschaft. Das Hauptthema ist, wie der Buchtitel sagt, warum die Reichen für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft wichtig sind. Oft wird Demokratie einfach als Herrschaft der Mehrheit verstanden, wobei jeder Bürger gleich viel Einfluss hat. McGinnis betont demgegenüber den Unterschied zwischen einer direkten und einer repräsentativen Demokratie. »Die Vorstellung, dass jeder in unserer Demokratie auch nur annähernd gleichen Einfluss ausüben kann, ist grundsätzlich unrealistisch.«  

Reiche als Gegengewicht  

Tatsächlich gebe es Gruppen, so McGinnis, die weitaus mehr Einfluss haben, so etwa Journalisten, Intellektuelle und Unterhaltungskünstler. Besonders diese Gruppen haben eine ziemlich homogene politische Meinung. Untersuchungen zeigten beispielsweise, dass an amerikanischen Universitäten das Verhältnis zwischen Professoren mit linker und konservativer Gesinnung 13:1 sei. Auch in den Medien und der Unterhaltungsindustrie (Hollywood) dominierten linke Meinungen sehr stark. Diese Gruppen formten die öffentliche Meinung und hätten weit mehr Einfluss als der durchschnittliche Bürger. 

Den gesamten Beitrag »Das Schweigen der Milliardäre« und weitere interessante Texte lesen Sie im aktuellen SACHWERT Magazin ePaper Ausgabe 164 -> LINK

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