Kennzahlen, Bewertungen und Marktanalysen gelten als Grundlage erfolgreicher Geldanlage. Dennoch zeigen Börsenkrisen und Boomphasen immer wieder, dass Anlageentscheidungen selten rein rational getroffen werden. Emotionen wie Angst, Gier oder Unsicherheit beeinflussen das Verhalten von Anlegern oft stärker als objektive Fakten. Im Interview spricht Börsenexpertin Jessica Schwarzer über die Bedeutung der Börsenpsychologie, typische Denkfehler von Investoren und darüber, warum ein stabiles Money-Mindset langfristig entscheidend für den Anlageerfolg ist.
Börsenpsychologie klingt für viele abstrakt. Was war für Sie der Moment, in dem Ihnen klar wurde: Psychologie ist wichtiger als jede Kennzahl?
Das war ein schleichender Prozess. Ich war in meinen ersten Jahren als Anlegerin, damals zu Zeiten des Neuen Marktes um die Jahrtausendwende, eine ziemliche Zockerin. Getrieben von Gier! Dann kam der Crash, der bei mir zwar keine extreme Panik, aber doch Angst und großes Unwohlsein ausgelöst hat; Psychologen würden von kognitiver Dissonanz sprechen. Damals habe ich viele Fehler gemacht und mich von meinen Emotionen leiten lassen. Die Erkenntnis kam dann ein paar Jahre später. Börsenaltmeister André Kostolany hat recht: Die Börse besteht zu 90 Prozent aus Emotionen und nur zu zehn Prozent aus Fakten. Zumindest kurzfristig. Und dann der legendäre Satz von Benjamin Graham: Der größte Feind des Anlegers schaut ihm jeden Morgen aus dem Spiegel entgegen. Diese Börsenweisheiten haben mir die Augen geöffnet.
Das gesamte Interview »Wenn Angst und Gier den Handel bestimmen« und weitere interessante Texte lesen Sie im aktuellen SACHWERT Magazin Ausgabe 02/2026 -> LINK
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