Rohstoffe

Gold nach der Rally: Jetzt rückt die Fed in den Fokus

Gewinnmitnahmen bremsen den Goldpreis zunächst aus. Gleichzeitig ziehen die Ölpreise wieder leicht an – die Rohstoffmärkte bleiben zwischen Zinsfantasie und geopolitischen Risiken gefangen.

2 Min.

10.08.2026

Nach einer kräftigen Rally gönnt sich der Goldpreis zum Wochenstart eine Verschnaufpause. Während Anleger auf die neuen US-Inflationsdaten warten, bleibt auch der Ölmarkt angesichts der Lage an der Straße von Hormus nervös.

Gold hält sich nach Sieben-Wochen-Hoch

Der Goldpreis ist nach seinem höchsten Stand seit 7 Wochen zunächst etwas zurückgefallen. Am Montagmorgen notierte der aktiv gehandelte Dezember-Future bei rund 4.395 US-Dollar je Feinunze. Im weiteren Handelsverlauf stabilisierte sich der Spotpreis wieder bei rund 4.345 US-Dollar. Die Bewegung fällt damit bislang eher als Konsolidierung nach der jüngsten Rally denn als deutlicher Richtungswechsel aus.

Für Anleger richtet sich der Blick nun vor allem auf die US-Inflationsdaten. Am Mittwoch werden die Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht. Analysten rechnen mit einer leichten Abschwächung der Inflationsrate von 3,5 auf 3,4 Prozent. Schwächere Preisdaten könnten die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Fed dämpfen – und damit Gold unterstützen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft. Nach den jüngsten schwachen Arbeitsmarktdaten haben Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September bereits zurückgenommen.

Ölpreise bleiben vom Nahen Osten abhängig

Beim Öl zeigt sich zum Wochenstart die Gegenbewegung. Nachdem die Preise in der vergangenen Woche um mehr als 7 Prozent gefallen waren, legten Brent und WTI am Montag wieder leicht zu. Brent bewegte sich um 84 US-Dollar je Barrel.

Hinter den Schwankungen steht weiterhin die Lage an der Straße von Hormus. Hoffnungen auf neue Schifffahrtsrouten nach Gesprächen zwischen Iran und Oman hatten die Ölpreise zunächst gedrückt. Neue iranische Bedingungen und die weiterhin angespannte Sicherheitslage bremsen nun die Aussicht auf eine schnelle Entspannung.

Was bleibt

Für Gold entscheidet sich kurzfristig viel an der US-Geldpolitik. Fallen die Inflationsdaten niedriger aus als erwartet, könnte die Aussicht auf eine Zinspause der jüngsten Rally neuen Schwung geben. Beim Öl bleibt dagegen die Geopolitik der entscheidende Preistreiber. Für Anleger treffen damit in dieser Woche 2 klassische Marktfaktoren unmittelbar aufeinander: Zinserwartungen bei Gold und Versorgungsrisiken bei Öl.

Stefanie S. Klief

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