Panorama

Luxus-Sachwerte finden zurück in die Spur

Kunst und Uhren legen wieder zu, doch der Markt belohnt längst nicht mehr jede Anlageklasse

2 Min.

10.06.2026

Nach schwierigen Jahren stabilisiert sich der Markt für Luxusinvestments. Kunstwerke und hochwertige Uhren konnten 2025 wieder zulegen, während Whisky und Burgunder-Weine weiter unter Druck standen. Der neue Wealth Report zeigt: Der Boom ist vorbei, doch die Nachfrage nach ausgewählten Sachwerten bleibt hoch.

Der Knight Frank Luxury Investment Index hat sich 2025 deutlich stabilisiert. Nach den Rückgängen der Vorjahre lag das Minus zuletzt nur noch bei 0,4 Prozent. Auf Sicht von 10 Jahren ergibt sich dennoch ein Wertzuwachs von 38,6 Prozent.

Besonders gefragt waren klassische Kunstsegmente. Impressionistische Werke legten um 13,6 Prozent zu, moderne Kunst gewann 7,1 Prozent und Post-War-Art 5,2 Prozent. Auch hochwertige Uhren konnten mit einem Plus von 5,1 Prozent wieder zulegen.

Anders sieht es in anderen Bereichen des Luxusmarktes aus. Whisky verlor 10,9 Prozent, Druckgrafiken 6,6 Prozent, zeitgenössische Kunst 6 Prozent und Burgunder-Weine 4,8 Prozent.

Die Zahlen zeigen, dass Luxus-Sachwerte keineswegs aus der Mode gekommen sind. Anleger unterscheiden jedoch stärker zwischen einzelnen Segmenten. Statt eines breit angelegten Booms setzt der Markt zunehmend auf Qualität, Seltenheit und langfristige Werthaltigkeit.

Der Luxusmarkt wird selektiver

Für Investoren ist das eine wichtige Entwicklung. Während in früheren Jahren nahezu alle Luxusgüter von steigender Nachfrage profitierten, entscheidet heute stärker die Qualität des einzelnen Sammelobjekts. Der Markt wird anspruchsvoller – und damit auch professioneller.

Eine Rolle spielt dabei auch das veränderte Zinsumfeld. Während der Niedrigzinsjahre floss viel Kapital in alternative Sachwerte, von Kunstwerken bis hin zu seltenen Weinen und Spirituosen. Mit steigenden Zinsen und attraktiveren Renditen klassischer Anlagen hat sich dieser Trend abgeschwächt. Viele Märkte durchlaufen seitdem eine Bereinigungsphase.

Die aktuellen Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass Luxus-Sachwerte keineswegs an Bedeutung verlieren. Statt eines breiten Booms zeichnet sich eine neue Marktphase ab, in der Seltenheit, Provenienz und Qualität wichtiger werden als kurzfristige Trends. Für Anleger könnte das langfristig sogar ein gesünderes Umfeld schaffen als die spekulative Euphorie der vergangenen Jahre.

SK

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