Weihnachten naht – die Zeit, in der uns Werbung weismachen will, dass wahre Liebe sich in Duftkerzen, Krawatten und Elektro-Zahnbürsten ausdrückt. Viele Menschen quälen sich mit der Frage: Was schenke ich bloß? Während die Innenstädte im Konsumrausch versinken, möchte ich eine ketzerische These in den Raum werfen: Vielleicht sollten wir aufhören, Zeug zu schenken – und anfangen, Zukunft zu verschenken. Ich versuche das einmal zu erklären …
Die Jahresendrallye: Viel Lärm um nichts An den Börsen dreht sich seit Wochen wieder einmal alles um die traditionelle Jahresendrallye. Kommt sie (noch) oder nicht? Und wenn ja, was heißt das dann? Die Börse gleicht schon ein bisschen einem aufgeregten Weihnachtsmarkt – laut, schrill und voller Leute, die nicht wissen, warum sie hier sind. Für einen Value-Investor ist das alles so spannend wie die Frage, ob es morgen regnet. Wenn Sie ein solides Unternehmen zu einem fairen Preis kaufen und vorhaben, es die nächsten zwanzig Jahre zu halten, ist es irrelevant, ob der Kurs im Dezember fünf Prozent steigt. Warren Buffett formulierte es einst so: »Kurzfristig ist die Börse eine Abstimmungsmaschine, langfristig eine Waage.« Heute zählt Stimmung, morgen Substanz. Und Substanz kommt nicht von der Jahresendrallye, sondern von soliden Geschäftsmodellen und starken Bilanzen.
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