Das war ein schleichender Prozess. Ich war in meinen ersten Jahren als Anlegerin, damals zu Zeiten des Neuen Marktes um die Jahrtausendwende, eine ziemliche Zockerin. Getrieben von Gier! Dann kam der Crash, der bei mir zwar keine extreme Panik, aber doch Angst und großes Unwohlsein ausgelöst hat; Psychologen würden von kognitiver Dissonanz sprechen. Damals habe ich viele Fehler gemacht und mich von meinen Emotionen leiten lassen. Die Erkenntnis kam dann ein paar Jahre später. Börsenaltmeister André Kostolany hat recht: Die Börse besteht zu 90 Prozent aus Emotionen und nur zu zehn Prozent aus Fakten. Zumindest kurzfristig. Und dann der legendäre Satz von Benjamin Graham: Der größte Feind des Anlegers schaut ihm jeden Morgen aus dem Spiegel entgegen. Diese Börsenweisheiten haben mir die Augen geöffnet.