In Zeiten geopolitischer Konflikte und schwindendem Vertrauen in Fiat-Währungen treibt es Anleger zunehmend in den sicheren Hafen Gold. Doch wie tragfähig ist diese Strategie angesichts aktueller Entwicklungen? Im Interview sprechen wir mit den Edelmetall-Experten Tino Leukhardt und Maximilian Kupfer darüber, warum Edelmetalle derzeit eine Hausse erleben – und worauf es jetzt zu achten gilt.
Tino Leukhardt: Wir sehen aktuell ein außergewöhnliches Marktumfeld. Gold reagiert nicht auf kurzfristige Spekulation, sondern auf strukturelle Risiken: geopolitische Spannungen, eine historisch hohe Staatsverschuldung und anhaltenden Vertrauensverlust in klassische Währungen. Gold ist dabei kein spekulativer Gewinner, sondern ein verlässlicher Indikator für die Stabilität – oder Instabilität – des globalen Finanzsystems. Auch die steigende Nachfrage von Zentralbanken spielt eine zentrale Rolle.
Tino Leukhardt: Sachwerte schützen Vermögen, weil sie außerhalb des Schuldgeldsystems existieren. Physisches Gold ist kein Zahlungsversprechen, sondern realer Besitz. Entscheidend ist dabei nicht der kurzfristige Goldpreis. Gold verliert langfristig nicht an Wert – vielmehr ist es das Geldsystem, das an Kaufkraft verliert und Gold im Vergleich teurer erscheinen lässt.
Maximilian Kupfer: Genau aus diesem Grund beschäftigen wir uns als Unternehmen nicht nur mit dem Erwerb von Edelmetallen, sondern mit ganzheitlichen Schutzkonzepten. Historisch betrachtet entstehen Vermögensverluste selten plötzlich, sondern schleichend – etwa durch Inflation, Regulierung oder wachsende Transparenzanforderungen.
Unsere Aufgabe als Edelmetallhändler ist es, Kunden frühzeitig dafür zu sensibilisieren und Lösungen anzubieten, die Eigentum, Privatsphäre und Sicherheit gleichermaßen berücksichtigen.
Beitragsbild: Yvonne Tschischka