Die Logik des menschlichen Handelns bezeichnete der herausragende Ökonom und Sozialphilosoph Ludwig von Mises (1881-1973) als Praxeologie, von praxis, Handeln, und logos, Lehre, beziehungsweise Logik. Es geht im Kern darum, wie zum Beispiel gewisse gesellschaftliche oder wirtschaftliche Vorgänge nicht nur historisch interpretiert werden können, sondern a priori handlungslogisch begriffen werden können, und zwar ausgehend von der selbstevidenten Grundannahme, dass der Mensch handelt, also Mittel einsetzt, um Ziele zu erreichen.
Es gibt zwei grundlegende Kategorien der menschlichen Kooperation. Auf der einen Seite die humanistische freiwillige Kooperation und auf der anderen Seite die unter Gewaltandrohung oder Täuschung herbeigeführte erzwungene Kooperation. Die erzwungene Kooperation wird als feindliche und die freiwillige Kooperation als freundliche Handlung klassifiziert. Die Handlungslogik beschreibt menschliches Handeln durch logische Schlussfolgerungen. Es geht nicht um eine wertende Analyse, sondern um eine wertfreie Darlegung des Ist-Zustandes.