Der Goldpreis hat heute erstmals die Marke von mehr als 5 000 US-Dollar je Feinunze überschritten und damit ein historisches Hoch markiert. Spot-Gold erreichte im frühen Handel Werte von über 5 090 US-Dollar, nachdem die Edelmetallpreise bereits in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen waren. Analysten führen die Rally vor allem auf anhaltende geopolitische Spannungen, hohe Nachfrage nach sicheren Anlageklassen und verstärkte Käufe durch Zentralbanken und institutionelle Investoren zurück.
Der Vormarsch des traditionellen »sicheren Hafens« wurde durch Unsicherheiten in globalen Märkten befeuert, darunter Zolldrohungen der US-Regierung, Spannungen im Nahen Osten sowie wachsende Sorgen über die Stabilität von Staatsfinanzen und Währungen. Parallel zu Gold zogen auch andere Edelmetalle wie Silber an ihren Höchstständen an.
Auch führende Finanzinstitute haben ihre Prognosen nach oben geschraubt: So rechneten Analysten etwa bei der Bank of America bereits zuvor damit, dass Gold bis Ende 2026 durchschnittlich 5 000 US-Dollar je Feinunze erreichen könnte, was die Erwartungen an einen weiter anhaltenden Aufwärtstrend unterstreicht.
Vor diesem Hintergrund flammt in Deutschland eine erneute Debatte über die Sicherheit der Goldreserven auf. Ein Drittel der deutschen Goldbestände lagert bei der Federal Reserve Bank of New York, ein Erbe historischer Vereinbarungen aus der Nachkriegszeit, während weitere Anteile in Frankfurt und bei der Bank of England verwahrt werden.
Kritiker, darunter einige Ökonomen und Politiker, halten diese Auslandslagerung angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen für zu riskant. Sie fordern, einen größeren Teil des deutschen Goldes nach Frankfurt zurückzuholen, um die strategische Unabhängigkeit und Kontrolle über den nationalen Schatz zu stärken. Diese Stimmen verweisen darauf, dass politische Entwicklungen in Washington, D.C., das Vertrauen in stabile internationale Kooperationen erschüttern könnten.
Die Deutsche Bundesbank betont hingegen wiederholt, dass die bestehenden Lagerorte – insbesondere die Fed in New York – sicher und verlässlich seien und regelmäßigen Prüfungen unterzogen würden. Eine vollständige Rückführung aller Reserven sei zwar grundsätzlich möglich, werde aber vor allem unter Gesichtspunkten von Sicherheit und Handelbarkeit nicht als notwendig erachtet.
Die Kombination aus stark steigenden Edelmetallpreisen und wachsender Diskussion über die Lagerung von Goldreserven verdeutlicht die Verlagerung der Anleger- und Politiksicht in Richtung Krisenvorsorge und strategische Resilienz. In unsicheren Zeiten wächst sowohl der Ruf nach »harten« Anlagewerten als auch nach nationaler Kontrolle über besonders zentrale Vermögenswerte.
SK
Beitragsbild: Depositphotos / remgor
