Jerome Powell hat beim Jackson-Hole-Meeting am 22. August 2025 eine sanftere Fed-Politik angedeutet, ohne jedoch klare Zusagen zu machen. Er betonte, dass das Inflationsziel wichtiger denn je sei, zugleich aber die Risiken für den Arbeitsmarkt zunähmen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed schon im September eine Zinssenkung erwägen könnte.
Die Märkte reagierten prompt und die Aufwärtsbewegung erwies sich als beständig: Gold zog um rund ein Prozent an, Silber um mehr als ein Prozent, auch Platin und Palladium legten leicht zu. Treibende Kraft ist die Erwartung sinkender Realzinsen, die den Dollar schwächen und Gold attraktiver machen. Dies ein Umfeld, das angesichts von Inflation, geopolitischen Spannungen, Schuldenproblemen und schwankenden Aktienmärkten zusätzlichen Antrieb gibt.
Besonders optimistisch zeigt sich die UBS. Die Schweizer Großbank hat ihre Goldpreisprognose für das erste Quartal 2026 auf 3.600 Dollar je Unze angehoben und für das zweite und dritte Quartal sogar ein Ziel von 3.700 Dollar ausgegeben. Damit rechnet sie in den kommenden Monaten mit neuen Rekordständen. Hinter dieser optimistischen Haltung stehen mehrere Faktoren: eine starke Nachfrage nach Gold über ETFs und Zentralbanken, anhaltende makroökonomische Risiken in den USA, die fortschreitende Verringerung der Dollar-Dominanz und geopolitische Unsicherheiten. Gold hat 2025 bereits um mehr als 28 Prozent zugelegt und damit Aktien, Anleihen und sogar Bitcoin deutlich hinter sich gelassen. UBS geht zudem von dem stärksten Anstieg der ETF-Nachfrage seit über einem Jahrzehnt aus.
Powells vorsichtige Signale und die aggressiven Prognosen der UBS untermauern die Einschätzung vieler Marktteilnehmer, dass Gold derzeit die wohl attraktivste Absicherung darstellt. Silber, Platin und Palladium profitieren zwar ebenfalls, doch Gold bleibt der klare Taktgeber der aktuellen Edelmetall-Rallye.
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