Kasachstan hat die Entdeckung eines bedeutenden Vorkommens Seltener Erden bekannt gegeben. Nach Angaben eines Sprechers des Industrieministeriums befindet sich die Lagerstätte in der Region Karaganda im Zentrum des Landes und enthält unter anderem Cer, Lanthan, Neodym und Yttrium. Es handelt sich dabei um das bislang größte bekannte Vorkommen dieser Rohstoffe in Kasachstan.
Laut Einschätzung des kasachischen Industrieministeriums umfasst das neu entdeckte Vorkommen mehr als 20 Millionen Tonnen. „Damit könnte Kasachstan in Zukunft zu den weltweit führenden Ländern mit Seltenerdvorkommen gehören“, erklärte der Ministeriumssprecher. Eine zentrale Herausforderung bleibt jedoch die Frage, unter welchen wirtschaftlichen und ökologischen Bedingungen ein Abbau möglich wäre.
Seltene Erden werden unter anderem in der Produktion von Elektrofahrzeugen, Smartphones und Windkraftanlagen eingesetzt. Der Markt für diese Rohstoffe wird derzeit weitgehend von China dominiert, wodurch beispielsweise die Europäische Union in hohem Maße von Importen abhängig ist.
Die Bekanntgabe der Entdeckung fällt mit dem Beginn eines Gipfeltreffens zwischen der EU und fünf zentralasiatischen Staaten – Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan – zusammen. Anlässlich dieses Treffens reisen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa nach Usbekistan, heißt es in einem Bericht des »stern«. Ein Schwerpunkt der europäischen Zusammenarbeit mit der Region liegt auf dem Zugang zu wichtigen Rohstoffen.
MK