Der Bund der Steuerzahler hat eine neue Forderung aufgestellt: Nach Ansicht des Verbandes sollte die Deutsche Bundesbank Teile ihrer Goldreserven, die in den USA gelagert sind, zurück nach Deutschland holen. Hintergrund der Debatte sind Überlegungen zur Sicherheits- und Kontrollfrage von Währungsreserven sowie die generelle Diskussion darüber, wie souverän ein Staat über seine Goldbestände verfügen kann.
Deutschland gehört traditionell zu den Ländern mit den größten Goldreserven weltweit. Ein bedeutender Teil davon — mehrere hundert Tonnen — ist in Lagerstätten der Federal Reserve in New York und anderen internationalen Zentralbankstandorten deponiert. Diese Praxis geht auf jahrzehntelange Vereinbarungen zurück, als internationale Währungs- und Lieferkettenstrukturen noch stärker auf physischer Präsenz und Vertrauensnetzen basierten.
Der Steuerzahlerbund argumentiert, dass das goldhaltige Vermögen physisch näher, besser kontrollierbar und unabhängig von ausländischen Lagerorten verwahrt werden sollte. Kritiker verweisen darauf, dass eine Rückholung sowohl erhebliche logistische Kosten als auch Sicherheitsrisiken mit sich bringen könnte – etwa den Transport großer Edelmetallmengen über weite Distanzen.
Verteidiger der Status-quo-Lagerung betonen, dass zentrale Goldreserven gerade in internationalen Finanzmetropolen strategische Vorteile bieten, etwa im Zusammenhang mit globalen Finanz- und Devisengeschäften, Transaktionen zwischen Zentralbanken oder internationalen Interventionen. Zudem argumentieren viele Ökonomen, dass Gold in professionell gesicherten, versicherten und gut überwachten Tresoren gelagert ist, die ein hohes Sicherheitsniveau bieten.
Die Debatte über die Rückholung des Goldes ist kein rein technisches Thema: Sie berührt Fragen staatlicher Souveränität, Vertrauensbildung im internationalen Währungssystem und fiskalpolitischer Verantwortung. In Zeiten globaler politischer Spannungen und geopolitischer Risiken gewinnen solche Überlegungen zusätzliche Bedeutung.
Ökonomen warnen jedoch davor, materielle Sicherheit zu überschätzen. Eine Rückführung der Bestände allein verändere weder die Bilanz der Bundesbank noch ihre Fähigkeit, geld- oder währungspolitisch zu handeln. Was zählt, ist der Vertrauenswert der Reserven, nicht der physische Lagerort. Dennoch hat der Vorschlag des Steuerzahlerbundes die Diskussion über Transparenz, Kontrolle und staatliche Verantwortung erneuert.
Die Bundesbank selbst hat sich bislang nicht konkret zu einer Rückholung geäußert. Allgemein betont sie in öffentlichen Erklärungen, dass die Goldreserven sicher verwahrt und Teil einer langfristig ausgerichteten Portfoliostrategie seien, die auf Stabilität und Vertrauenswürdigkeit abzielt.
SK
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