Auf dem deutschen Immobilienmarkt hat sich im vergangenen Jahr ein deutlicher Aufschwung abgezeichnet: Investoren – sowohl private als auch gewerbliche – haben 284,4 Milliarden Euro in Grundstücke, Gebäude und Nutzungsrechte gesteckt. Das ist ein Plus von 17,5 Prozent gegenüber 2024, wie aus einer Hochrechnung des IVD-Branchenverbands auf Basis von Grunderwerbsteuerdaten des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.
Der deutliche Anstieg markiert eine Trendwende nach mehreren schwierigen Jahren: Im Jahr 2022 hatten stark steigende Zinsen viele potenzielle Deals verschoben oder ganz verhindert, und sowohl 2023 als auch 2024 waren die Transaktionsvolumina vergleichsweise niedrig. Inzwischen hat sich die Inflation wieder auf einem moderateren Niveau stabilisiert, und die Europäische Zentralbank (EZB) hat begonnen, die Zinsen zu senken – ein Umfeld, das Immobilientransaktionen erneut attraktiv macht.
Trotz der Erholung bleibt der Markt heterogen: Große institutionelle Deals sind weiterhin zurückhaltend, während Einzeltransaktionen und kleinere Portfolios wieder stärker nachgefragt werden. Daten aus Branchenreports zeigen, dass etwa im Bereich der Mehrfamilienhäuser auch 2025 ein hohes Transaktionsniveau gehalten wurde, selbst wenn das Gesamtvolumen im Vergleich zu früheren Spitzenjahren leicht rückläufig blieb.
Regional unterscheiden sich die Entwicklungen ebenfalls: In Berlin und Sachsen etwa stieg das Transaktionsvolumen im ersten Quartal deutlich, während in anderen Bundesländern wie Rheinland-Pfalz nur moderate Zuwächse zu beobachten waren. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg zählen weiterhin zu den volumenstärksten Märkten in Deutschland.
Im Detail zeigt sich zudem, dass der Anstieg im vergangenen Jahr vor allem auf Bestandsimmobilien zurückzuführen war; Neubauprojekte spielten nur eine Nebenrolle. Dieser Trend dürfte auch mit den hohen Baukosten und der anhaltenden Nachfrage nach vorhandenen Immobilienobjekten zusammenhängen.
Die Grunderwerbsteuer-Einnahmen der Länder unterstützen das Bild einer wiederbelebten Aktivität: Sie sollen nach vorläufigen Angaben in 2025 um etwa 18 Prozent gestiegen sein, was als Frühindikator für die steigende Marktdynamik gewertet wird.
Branchenvertreter sehen in der Entwicklung ein Zeichen für das Ende des Zinsschocks aus den Vorjahren und einen erneuten Anlauf zu einer stabileren Immobilien-Investitionslandschaft. Gleichzeitig wird betont, dass politische Rahmenbedingungen wie steuerliche Abschreibungen, Förderprogramme und die Höhe der Grunderwerbsteuer weiterhin wichtige Einflussfaktoren bleiben – und für viele Marktteilnehmer ein Grund sind, vorsichtig zu planen.
Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass die Erholung am deutschen Immobilienmarkt anhaltend ist und sich mit der weiteren Konjunkturentwicklung Deutschlands verknüpft: Sollte die Wirtschaft moderat wachsen und die Zinsen stabil bleiben, könnte dies 2026 zu einer weiteren Normalisierung des Transaktionsvolumens führen.
SK
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