Batterien und Elektromagnete überall: in Mobiltelefonen, E-Autos, E-Bikes, Laptops – unser Leben mit mobilen Daten und von fossilen Brennstoffen unabhängiger Mobilität verlangt Unmengen Energiespeicher und Elektronik. Um diese herzustellen sind Seltene Erden unabdingbar. China hat sich vor Jahren als enorm weitsichtig erwiesen und sowohl die Erschließung als auch die Förderung der eigenen Reserven stark forciert. Daneben sicherten sich die Ostasiaten vertraglich geschickt Förderungsrechte auf mehreren Kontinenten, vor allem Afrika.
Diese Art der Erpressbarkeit will Australien nicht auf sich lasten haben. Schon die chinesischen Strafzölle auf australische Produkte, um den Kontinent für seine USA-Freundlichkeit abzustrafen, belastet die Länderbeziehung und sorgt für Unmut im Süden. Deshalb ist im nördlichen Down Under eine Neodym-Mine geplant, die bald fünf bis 10 Prozent der globalen Nachfrage abdecken soll. Neodym ist unabdingbar, um die neuen, hitzeunempfindlichen, sehr viel leistungsstärkeren Supermagneten herzustellen, ohne die kein E-Fahrzeug läuft. 95 Prozent dieser Supermagnete kommt derzeit aus chinesischer Herstellung.
Gavin Lockyer, CEO des australischen Bergbauunternehmens Arafura ist just derzeit auf Werbetour im deutschsprachigen Raum, um die Autobauer an Bord zu holen. Diese dürften durchaus ein offenes Ohr für ihn haben, denn, wie er dem Handelsblatt gegenüber erklärte: „Durch Covid-19 hat es eine massive Disruption der Lieferkette gegeben und die Probleme verstärkt, die ohnehin schon da waren.“ So wurde den Autokonzerne eindringlich demonstriert, dass ihnen die Abhängigkeit vom chinesischen Rohstoffnachschub zur Falle wird. Ein Umstand, den sie wohl nach Möglichkeit abzustellen gedenken. Den Chinesen wird das schwerlich gefallen.
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