An den Finanzmärkten wird kontrovers darüber diskutiert, ob die Corona-Pandemie eher zu einem steigenden oder nachgebenden Inflationsdruck führen wird. Die Zentralbanken scheinen sich derzeit keine Sorgen über eine zu kräftig steigende Teuerung zu machen. In den zurückliegenden Wochen ist die Geldpolitik rund um den Globus nochmals deutlich expansiver geworden. Vorreiter diesbezüglich ist zweifelsohne die Fed, die ihre Bilanz innerhalb kürzester Zeit massiv ausgeweitet hat. Aber auch die EZB hat ihre Anleihekäufe zuletzt in erheblichem Maße aufgestockt. Solange die medizinische Krise die Wirtschaften fest im Griff hat und das Wirtschaftswachstum stark einbricht, sollten die Inflationsraten niedrig bleiben. Die ultraexpansive Geldpolitik ist vor dem Hintergrund der schärfsten Rezession, die die meisten entwickelten Länder in diesem Jahr verzeichnen werden, daher angebracht.
Sollte es wider Erwarten doch zu einem Inflationsschub kommen, werden die Zentralbanken einem starken Anstieg der Inflation sowie der Inflationserwartungen nicht tatenlos zusehen. Die Zentralbanken werden nicht, wie derzeit vom Finanzmarkt befürchtet, eine steigende Inflationsrate alimentieren, indem sie aufgrund der hohen Staatsverschuldung die Leitzinsen unverändert lassen. Sollten die Zentralbanken auf Sicht der kommenden Jahre die Leitzinsen moderat anheben, könnten in diesem Zuge auch die Kapitalmarktrenditen leicht steigen.