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Das Kostolany-Ei

2 Min.

08.03.2021
Kostolany

Oder: Der Kauf und Verkauf von Aktien

Die wohl bekannteste Metapher unter Kostolanys Strategieansätzen ist das Ei des Kostolany. Am Beispiel eines Eies beschreibt Kostolany darin den Börsenzyklus und zieht daraus Rückschlüsse, wann ein Investor Aktien und auch andere Investments kaufen und wann er sie verkaufen sollte. Kostolany teilt den zyklischen Verlauf der Börse – von der Hausse bis zur Baisse – in drei Phasen ein: die Korrektur, den Stimmungsumschwung und die Übertreibung. Bereits in der Übertreibungsphase mache es Sinn, wieder zu investieren beziehungsweise ein Investment zu verkaufen. Der ideale Zeitpunkt, Aktien oder auch andere Anlagegüter zu kaufen, sei am tiefsten Punkt der Baisse, also dem Boden des Eies. Zu diesem Zeitpunkt seien die Kurse auf ihrem Tiefpunkt angelangt und beginnen nach einem langen Sinkflug in einer (positiven) Korrekturphase wieder zu steigen. Danach folge die Phase des (positiven) Stimmungsumschwungs. Die zuvor schlechten Nachrichten in der Wirtschaftspresse würden durch positive Nachrichten ersetzt. Immer mehr Personen investierten jetzt wieder in Aktien.

Es folge die Übertreibungs-Phase, in der die Kurse und auch die getätigten Umsätze immer schneller ansteigen. Jetzt sollte aus seiner Sicht der clevere Spekulant die ersten Aktien verkaufen und Gewinne mitnehmen. Der ideale Verkaufszeitpunkt sei der Punkt, an dem der Börsenzyklus die Spitze des Eies erreicht hat. »Genau zu diesem Zeitpunkt, wenn die Börse ›talk of the town‹ ist, muss man unbedingt aussteigen«, so André Kostolany.

Es folge eine Korrektur-Phase, in der die Hausse langsam abflache. Diese sei gekennzeichnet durch langsam sinkende Kurse mit niedrigen Umsätzen. Spätestens in dieser Phase sollte ein cleverer Investor seine Aktien verkaufen.

Darauf folge ein (negativer) Stimmungsumschwung. In dieser Phase vermelde die Wirtschaftspresse zunehmend schlechte Nachrichten und die Kurse begännen, immer schneller zu fallen. Danach trete der Zyklus in eine (negative) Übertreibungsphase. Es herrsche ein tiefer Pessimismus, der auf die Kurse drücke. »Die Kurse fallen wie die Blätter im Herbst. Das ist die Panik, die Papiere werden verschleudert.« In dieser Übertreibungsphase fange der clevere Spekulant wieder an, in Aktien beziehungsweise in andere Anlagegüter zu investieren.

Den gesamten Buchauszug aus „Alles, was Sie über André Kostolany wissen müssen.“ von Rolf Morgen und Heinz Vinkelau, finden Sie in der aktuellen Ausgabe vom Sachwert Magazin 02/2021 -> LINK
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