Der globale Edelmetallmarkt erlebt derzeit eine außergewöhnliche Zuspitzung: Ein massiver Short-Squeeze am Londoner Silbermarkt hat die Preise erstmals seit 1980 über die Marke von 50 US-Dollar pro Unze getrieben. Marktteilnehmer berichten von Luftfrachtflügen mit Silberbarren aus den USA nach London, um Lieferverpflichtungen erfüllen zu können. Die Knappheit physischer Bestände ist so groß, dass Händler bereit sind, hohe Transportkosten in Kauf zu nehmen. Mehrere Faktoren haben die Lage verschärft. Erstens sind die verfügbaren Silberbestände in London stark geschrumpft, unter anderem durch die anhaltend hohe industrielle Nachfrage – insbesondere aus der Solarbranche. Zweitens haben US-Zölle auf kritische Mineralien dazu geführt, dass immer…
Autor: Redaktion
Die Volksrepublik China weitet ihren strategischen Einfluss auf Seltene Erden aus. Nach den im August eingeführten Interimsregeln zur strengeren Inlandssteuerung geht Peking nun den nächsten Schritt: Neue Exportbestimmungen erfassen nicht mehr nur Rohstoffe, sondern auch Technologien, Know-how und Produkte mit chinesischen Materialien. Damit wird der Zugriff auf kritische Metalle weltweit neu justiert – und die Abhängigkeit der Industrie noch größer. Ab dem 1. Dezember dürfen Technologien und Fachwissen zur Gewinnung, Verarbeitung und Wartung seltener Erden nur noch mit Genehmigung exportiert werden. Auch Produkte, die außerhalb Chinas hergestellt, aber mit chinesischen Seltenerdmetallen oder -verfahren produziert wurden, unterliegen künftig einer Exportgenehmigung. Für…
Gold hat in dieser Woche ein neues Rekordhoch erklommen – ein Meilenstein, der weit über reine Börsenbeobachtung hinausweist. Am Dienstag durchbrach der Goldpreis erstmals die Schwelle von 4.000 US-Dollar je Feinunze, getrieben von globaler Unsicherheit, Zinssenkungserwartungen und der Flucht vieler Investoren in sichere Werte. Die Rallye ist bemerkenswert: Im Jahr 2025 stieg Gold bereits um über 50 Prozent – deutlich mehr als viele Aktienindizes. Besonders stark: US-Gold-Futures erreichten an manchen Handelstagen über 4.014 US-Dollar. Die Gründe liegen in der Verunsicherung durch den US-Regierungsshutdown, der Erwartung, dass die US-Notenbank bald Zinsen senken wird, sowie in einer anhaltenden Schwäche des US-Dollars. Hinzu…
Die EU will Aufsichtskompetenzen für grenzüberschreitende Akteure – darunter Krypto-Dienstleister, Börsen und Clearinghäuser – stärker bei der europäischen Marktaufsicht ESMA bündeln. ESMA-Chefin Verena Ross verweist auf die Ineffizienz der fragmentierten MiCA-Umsetzung in 27 Mitgliedstaaten und sieht in einer Zentralisierung einen Schritt zu einem integrierteren, global wettbewerbsfähigen Kapitalmarkt. Die Kommission prüft dazu konkrete Reformvorschläge; Ziel ist einheitlichere Aufsicht, geringeres Reg-Arbitrage-Risiko und verbesserter Anlegerschutz. Die Pläne sind Teil der »Savings & Investments Union« bzw. der wiederbeleben Kapitalmarktunion. Brüssel will privates Kapital für Verteidigung, Energiewende und Digitalisierung mobilisieren – dafür gelten konsistente Regeln, zentrale Datentapes und ESMA-Direktaufsicht über ausgewählte Querschnittsakteure als Hebel. Ein…
Die Europäische Zentralbank steht vor einem zweijährigen Führungswechsel: Bis 2027 werden voraussichtlich zwei Drittel der Top-Ämter neu besetzt – darunter das Vizepräsidentenamt (Luis de Guindos scheidet im Mai 2026 aus), der Chefvolkswirtposten (Philip Lane 2027) und die Präsidentschaft selbst (Christine Lagarde, Amtsende Oktober 2027). Auch Isabel Schnabels Mandat im Direktorium endet Ende 2027. Das eröffnet ein frühes Rennen um Schlüsselrollen und setzt Signale für den künftigen Kurs bei Zinsen, Bilanz und Regulierung. Bloomberg wertet die Neubesetzungen als Weichenstellung mit Marktrelevanz, da die Konstellation von Präsident:in, Vize und Chefvolkswirt traditionell die Kommunikationslinie und Toleranz gegenüber Inflations- oder Wachstumsrisiken prägt. Namen kursieren…
Gallium, ein für moderne Technologien unverzichtbares Metall, entwickelt sich zunehmend zum geopolitischen Brennpunkt. Hintergrund ist ein vollständiges Exportverbot, das China im Jahr 2024 gegenüber den USA verhängt hat. Da nach Angaben des US Geological Survey rund 98 Prozent der weltweiten Raffination von Gallium in China stattfindet, gilt die Versorgungslage als hochriskant. Gallium wird in einer Vielzahl von Anwendungen genutzt – von KI-Chips über autonome Fahrzeuge und LIDAR-Systeme bis hin zu militärischen Kommunikationssystemen und 5G-Infrastruktur. Aufgrund seiner Hitzebeständigkeit und Leitfähigkeit ist es für Hochleistungsserver in Rechenzentren und die Halbleiterproduktion von zentraler Bedeutung. Die Preise für Gallium sind in den vergangenen Jahren…
In Sachsen-Anhalt nimmt die Vision vom Lithiumabbau in Deutschland konkrete Formen an. Neptune Energy hat die Ergebnisse mehrerer Pilotprojekte veröffentlicht und damit Hoffnungen auf einen neuen Rohstoff-Hotspot befeuert. Ein Gutachten von Sproule ERCE beziffert die Ressourcen im Thermalwasser der Altmark auf rund 43 Millionen Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent (LCE) – eines der größten projektbezogenen Vorkommen weltweit. Zwar weist die Deutsche Rohstoffagentur darauf hin, dass die wirtschaftlich nutzbare Menge deutlich darunter liegen dürfte, doch die Dimension sorgt für internationale Aufmerksamkeit. Seit Sommer 2025 laufen Pilotversuche zur direkten Lithiumextraktion. Mit Ionenaustauschverfahren konnte bereits batteriefähiges Lithium gewonnen werden, aktuell wird ein weiteres Adsorptionsverfahren getestet. Ziel…
Der israelisch-US-Cybersicherheitsanbieter Wiz setzt konsequent auf Geschwindigkeit – ein Führungsprinzip, das Mitgründer Assaf Rappaport aus seiner Militärzeit ableitet. Im Handelsblatt beschreibt das Management die Devise »Es muss in zwei Tagen fertig sein – egal, wie wir es machen« als kulturellen Kern: radikale Priorisierung, schnelle Iteration, hoher Output. Die Mentalität stammt aus der Eliteeinheit 8200 und prägt Team, Entscheidungswege und Produktentwicklung seit Gründung 2020. Zugleich erreicht Wiz eine für die Branche außergewöhnliche Skalierung: 2024 meldete das Unternehmen Hunderte Millionen Dollar ARR und peilte die Milliarde an, bevor es 2025 zum größten Cyber-Deal der Alphabet-Geschichte kam. Google vereinbarte im März die Übernahme…
Im Oktober 2025 wird der EZB-Rat entscheiden, wie die technischen Vorbereitungen für einen möglichen digitalen Euro weitergeführt werden. Die Europäische Zentralbank betont, dass es sich noch nicht um den endgültigen Start handelt, sondern um die nächste Phase im Projekt. Ziel sei es, den Bürgern künftig neben Bargeld eine sichere, staatlich garantierte digitale Zahlungsoption bereitzustellen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Bargeld in Europa zwar nach wie vor beliebt ist, aber immer stärker von digitalen Zahlmethoden verdrängt wird. Kritiker fürchten, dass der digitale Euro mittelfristig zur faktischen Bargeldabschaffung führen könnte. Vor allem Sparer und Anleger sehen darin ein Risiko…
Ray Dalio sieht düstere Zeiten kommen: In einem Podcast, der vom Wallstreet Journal skizziert wurde, warnt der Gründer von Bridgewater Associates vor einem Abrutschen wichtiger Volkswirtschaften. »Wir steuern auf sehr, sehr dunkle Zeiten zu«, sagte er. Seine Analyse stützt sich dabei auf ein Modell mit fünf Kräftefeldern: Schulden und Geldpolitik, innere Konflikte, geopolitische Spannungen, Naturereignisse und technologische Umwälzungen. Dalio glaubt, dass es etwa alle 80 Jahre Phasen gravierender innerer und externer Erschütterungen gibt. Auch stabile Sachwerte wie Immobilien oder Infrastruktur seien nicht immun, wenn Fiskal- oder Zinsrisiken eskalieren. Besonders Großbritannien steht laut Dalio auf der Abschussliste: ein instabiles Finanzsystem, hohe…