Nach zwei Jahren deutlicher Korrekturen hat der deutsche Immobilienmarkt 2025 erstmals wieder ein Plus verzeichnet. Laut aktuellem Wohnatlas der Postbank, erstellt gemeinsam mit dem Hamburger WeltWirtschaftsInstitut, sind die Preise für Eigentumswohnungen im Bestand im Jahresdurchschnitt real um rund 0,6 Prozent gestiegen. Damit endet eine Phase rückläufiger Werte, die vor allem durch stark gestiegene Zinsen und eine abgekühlte Nachfrage geprägt war.
Die Entwicklung verläuft jedoch regional unterschiedlich. Besonders deutlich fällt die Trendwende in Mittelstädten aus: In Städten mit bis zu 100.000 Einwohnern legten die Preise real im Schnitt um 1,2 Prozent zu. Auch größere Städte verzeichneten mit rund 0,8 Prozent wieder steigende Werte, während Landkreise ein moderates Plus von etwa 0,5 Prozent erreichten. Die sieben größten deutschen Metropolen zeigen hingegen ein gemischtes Bild – hier lag der Anstieg im Durchschnitt lediglich bei 0,2 Prozent, teilweise kam es weiterhin zu Rückgängen.
Die Daten bestätigen damit eine Verschiebung innerhalb des Marktes. Während die großen Städte in den vergangenen Jahren besonders stark von Preisrückgängen betroffen waren, rücken nun zunehmend Standorte mit guter Infrastruktur außerhalb der klassischen Metropolen in den Fokus. Hintergrund ist unter anderem das weiterhin hohe Preisniveau in den sogenannten Big 7, das für viele Käufer als Eintrittshürde wirkt. Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp, da die Bautätigkeit deutlich hinter dem Bedarf zurückbleibt.
Der Blick auf die Vorjahre verdeutlicht die Dimension der aktuellen Entwicklung. Noch 2024 waren die Preise inflationsbereinigt um durchschnittlich 2,8 Prozent gesunken, nachdem es 2023 sogar einen Rückgang von über 10 Prozent gegeben hatte. Erst die Kombination aus stabilisierter Nachfrage und begrenztem Angebot hat nun zu einer Bodenbildung geführt.
Auch offizielle Daten bestätigen die Trendwende. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Preise für Wohnimmobilien 2025 im Durchschnitt rund 3,2 Prozent über dem Vorjahr. Besonders stark fiel der Anstieg in ländlichen Regionen aus, während große Städte weniger dynamisch reagierten.
Die aktuelle Entwicklung markiert damit weniger einen neuen Boom als vielmehr eine Stabilisierung auf veränderten Rahmenbedingungen. Hohe Finanzierungskosten und wirtschaftliche Unsicherheiten bremsen weiterhin die Dynamik, während strukturelle Faktoren wie Wohnraummangel und geringe Neubautätigkeit den Markt stützen.
SK
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