Die internationalen Finanzmärkte sind nach neuen Zolldrohungen aus den USA deutlich unter Druck geraten. Auslöser waren Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, Strafzölle auf Importe aus mehreren europäischen Staaten zu verhängen, falls es im Streit um Grönland zu keiner Einigung komme. Die Aussicht auf eine erneute Eskalation im transatlantischen Handel sorgte weltweit für eine ausgeprägte Risk-off-Stimmung.
An den europäischen Börsen gaben die wichtigsten Indizes deutlich nach. Der DAX, der CAC 40 und der FTSE 100 starteten mit spürbaren Verlusten in die Woche, auch an den US-Märkten deuteten Futures auf fallende Kurse hin. In Asien zeigten sich ebenfalls deutliche Abschläge, da Investoren geopolitische Risiken und mögliche Handelshemmnisse neu bewerteten.
Im Gegenzug verzeichneten sichere Anlageklassen starke Zuflüsse. Der Goldpreis stieg auf ein neues Allzeithoch und überschritt zeitweise die Marke von 4 600 US-Dollar je Feinunze. Auch Silber legte kräftig zu. Marktbeobachter werten die Entwicklung als klassisches Fluchtverhalten in unsicheren Zeiten, in denen politische Risiken und handelspolitische Spannungen zunehmen.
Zusätzlich gerieten Währungen in Bewegung. Der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro und dem Schweizer Franken, während defensive Währungen gefragt waren. Rohstoff- und Edelmetallmärkte profitierten dagegen von der zunehmenden Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Handelspolitik.
Die aktuelle Reaktion der Märkte zeigt, wie sensibel Investoren auf politische Signale reagieren, die den Welthandel beeinträchtigen könnten. Sollte es zu einer tatsächlichen Umsetzung der angedrohten Zölle kommen, warnen Analysten vor anhaltender Volatilität an den Aktienmärkten und weiterem Aufwärtsdruck bei Gold und anderen Absicherungsinstrumenten.
SK
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