2025 war ein Traumjahr für Edelmetall-Investoren:
- Gold war um rund zwei Drittel höher als im Vorjahr.
- Silber legte sogar mehr als doppelt so stark zu.
Nach einem Explosionserfolg 2025 mit historischen Kursgewinnen steht der Markt jedoch nun offenbar vor einem Wendepunkt: Index-Rebalancing könnte einen Abverkauf auslösen, der Preise belastet, während andere Rohstoffe profitieren.
In wichtigen Rohstoffindizes wie dem Bloomberg Commodity Index (BCOM) wird zu Jahresbeginn die Zusammensetzung angepasst. Dadurch sinkt der Index-Anteil von Gold von rund 20,4 Prozent auf etwa 15 Prozent und von Silber von 9,6 Prozent auf knapp 3,9 Prozent. Fonds und Finanzprodukte, die diesen Index abbilden, müssen diese neuen Zielgewichte einhalten – und verkaufen dafür entsprechend Millionenmengen an Edelmetall-Kontrakten.
- Gold: Etwa 1,4 Mio. Unzen dürften über Verkäufe in den Markt kommen.
- Silber: Satte 80 Mio. Unzen stehen zur Disposition.
Analysten rechnen vor diesem Hintergrund mit Preisrücksetzern, etwa 1,5–1,8 Prozent bei Gold und bis zu 15 Prozent bei Silber – zumindest kurzfristig.
Solche Rallyes ziehen Kapital an und treiben Kurse in Sphären, in denen technische Anpassungen wie Index-Rebalancing selbst erhebliche Marktbewegungen auslösen können. Zusätzlich verstärken diese Indexbewegungen oft Verkaufsdruck, weil Fonds physische Positionen reduzieren müssen.
Gewinner der Rebalancing-Phase
Während Edelmetalle unter Druck kommen könnten, steigen die Index-Gewichte andere Rohstoffe – allen voran Kakao. Dessen Gewicht im Index erhöht sich, was reine Index-Strategieprodukte dazu zwingt, Kakao-Kontrakte stark nachzukaufen. Das kann im dünnen Markt erhebliche Kursimpulse erzeugen.
Das zeigt: Marktdynamiken sind nicht nur von realwirtschaftlicher Nachfrage getrieben, sondern auch von technischen Regeln großer Indizes und den Anlageflüssen institutioneller Produkte. Edelmetalle haben 2025 spektakuläre Zuwächse hingelegt – aber die Kehrseite ist jetzt eine Marktkorrektur, die nicht überraschend kommen sollte, sondern aus dem Marktmechanismus selbst erwächst. Gewinnmitnahmen und technische Verkäufe könnten Edelmetalle im Januar 2026 unter Druck setzen, bevor sich ein neuer Gleichgewichtspreis herausbildet.
SK
Bildbeitrag: IMAGO / Sven Simon
