Hohe Zinsen bremsen vielerorts den Immobilienmarkt, doch im Luxussegment zeigt sich ein anderes Bild. Der Wealth Report 2026 von Knight Frank verzeichnet bei Prime-Immobilien weltweit ein Plus von 3,2 Prozent. Vor allem sehr vermögende Käufer betrachten exklusive Wohnimmobilien zunehmend nicht nur als Statussymbol, sondern als stabilen Vermögensspeicher.
Luxusimmobilien behaupten sich überraschend robust gegen das schwierige Marktumfeld. Laut Knight Frank stieg der Prime International Residential Index 2025 weltweit um 3,2 Prozent. In Europa lag das Plus mit 3,3 Prozent sogar leicht darüber. Das zeigt: Während viele klassische Wohnimmobilienmärkte unter Finanzierungskosten, Kaufzurückhaltung und Preisdruck leiden, bleibt das gehobene Segment vergleichsweise stabil.
Besonders starke Zuwächse verzeichneten einzelne internationale Luxusstandorte. Dubai legte um 25,1 Prozent zu, Manila um 17,5 Prozent und Seoul um 14,7 Prozent. Das unterstreicht, wie unterschiedlich sich der globale Immobilienmarkt inzwischen entwickelt. Gefragt sind vor allem Städte und Regionen, die als sicher, international attraktiv und vermögensfreundlich gelten.
Warum Luxusobjekte anders reagieren
Der wichtigste Unterschied liegt in der Käuferstruktur. Hochpreisige Immobilien werden deutlich seltener über klassische Bankfinanzierungen erworben als normale Wohnimmobilien. Viele Käufe erfolgen mit hohem Eigenkapitalanteil oder vollständig aus liquiden Mitteln. Dadurch schlägt der Zinsanstieg in diesem Segment weit weniger hart durch.
Hinzu kommt ein zweiter Faktor: Für vermögende Käufer sind Luxusimmobilien längst mehr als nur Wohnraum. Sie dienen als internationaler Anker, als Inflationsschutz, als Teil einer Vermögensdiversifikation und nicht selten auch als Absicherung in politisch unruhigen Zeiten. Gute Lagen, begrenztes Angebot und internationale Mobilität stützen die Nachfrage zusätzlich.
Sachwert mit neuer Rolle
Der Wealth Report macht damit einen grundlegenden Trend sichtbar: Luxusimmobilien werden immer stärker als strategischer Sachwert wahrgenommen. Nicht jeder Markt profitiert gleichermaßen, und auch im Premiumsegment ist die Zeit der automatischen Preisrallys vorbei. Doch im Vergleich zum breiten Immobilienmarkt zeigt sich, dass exklusive Objekte in Toplagen eine deutlich höhere Widerstandskraft besitzen.
Für Anleger ist das eine klare Botschaft. Der Immobilienmarkt spaltet sich zunehmend auf. Während Standardobjekte vielerorts unter Druck geraten, behaupten sich Premiumimmobilien als eigene Anlageklasse – getragen von Kapitalstärke, Knappheit und globaler Nachfrage.
SK