Gastbeiträge

Die Illusion absoluter Sicherheit

WOFÜR - Gedanken mit Haltung

Eine Kolumne von Hans Koppenhöfer

5 Min.

18.09.2026

Warum Nichtstun häufig das größte Risiko ist

Ich warte lieber noch, bis die Lage sicherer ist.
Diesen Satz höre ich immer wieder, wenn Menschen vor wichtigen finanziellen oder unternehmerischen Entscheidungen stehen.

Er klingt vernünftig. Schließlich erleben wir wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen, steigende Kosten und politische Veränderungen. Wer möchte sich da schon falsch entscheiden?

Doch genau hier liegt ein Denkfehler:

Absolute Sicherheit gibt es nicht.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob etwas passieren kann. Sondern ob wir darauf vorbereitet sind, wenn es passiert.

Wie wichtig dieser Unterschied ist, zeigt sich besonders deutlich bei unserer Infrastruktur.

  • Ein Krankenhaus kann einen Stromausfall nicht ausschließen.
  • Eine Feuerwehr kann nicht bestimmen, wann sie im Ernstfall gebraucht wird.
  • Ein Wasserwerk kann nicht darauf vertrauen, dass die Energieversorgung jederzeit störungsfrei funktioniert.

Gerade dort, wo Menschen auf funktionierende Systeme angewiesen sind, reicht Hoffnung nicht aus. Es braucht Vorsorge.

Sicherheit bedeutet Vorbereitung

Unterbrechungsfreie Stromspeichercontainer können genau hier eine wichtige Aufgabe übernehmen.

Sie dienen dazu, systemrelevante Einrichtungen bei Unterbrechungen der Stromversorgung abzusichern und notwendige Energie verfügbar zu halten – beispielsweise bei Krankenhäusern, Feuerwehren oder Wasserwerken. Solche Hochverfügbarkeits-Stromspeicher sichern damit die Daseinsvorsorge für kritische Infrastrukturen.

Dabei geht es um weit mehr als Technik.

Es geht um Handlungsfähigkeit.

Denn wenn in einem Krankenhaus medizinische Geräte betrieben werden müssen, eine Feuerwehr einsatzbereit bleiben soll oder ein Wasserwerk die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen muss, bekommt der Begriff »Sicherheit« eine völlig andere Bedeutung.

Niemand würde dort ernsthaft sagen:

Wir warten erst einmal ab, ob tatsächlich etwas passiert.

Man bereitet sich vor.

Nicht, weil man weiß, dass eine Störung eintreten wird.

Sondern weil man weiß, welche Folgen entstehen können, wenn man nicht vorbereitet ist.

Und genau diese Haltung können wir auch auf unser Vermögen übertragen.

Nichtstun ist ebenfalls eine Entscheidung

Viele Menschen verbinden Nichtstun mit Sicherheit.

Das Geld bleibt auf dem Konto.
Keine Investitionsentscheidung muss getroffen werden.
Kein neues Risiko scheint zu entstehen.

Doch stimmt das wirklich?

Wenn Kaufkraft verloren geht, verändert sich der reale Wert des Vermögens.

Wenn steuerliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen angepasst werden, können bisherige Strategien ihre Wirkung verlieren.

Und wer jahrelang auf den perfekten Zeitpunkt wartet, verliert möglicherweise etwas, das nicht zurückkommt:

Zeit.

Nicht zu investieren kann richtig sein.

Liquidität ist wichtig. Rücklagen sind notwendig. Und kein Investment sollte abgeschlossen werden, nur weil Kapital verfügbar ist.

Aber genauso falsch wäre die Annahme, dass durch Nichtstun automatisch jedes Risiko verschwindet.

Es verändert lediglich seine Form.

Was wir von kritischer Infrastruktur lernen können

Ein Stromspeicher verhindert nicht jede Krise.

Aber er kann dafür sorgen, dass ein System auch dann handlungsfähig bleibt, wenn die normale Versorgung ausfällt.

Für mich steckt darin ein wichtiger unternehmerischer Gedanke:

Wir müssen nicht alles kontrollieren können. 
Wir müssen darauf vorbereitet sein, wenn sich etwas verändert.

  • Das gilt für Unternehmen.
  • Das gilt für Infrastruktur.
  • Das gilt auch für Vermögen.

Eine verantwortungsvolle Vermögensstrategie sollte deshalb nicht auf einem einzigen Zukunftsszenario beruhen. Sie sollte unterschiedliche Entwicklungen berücksichtigen, Reserven einplanen, Risiken verteilen und Kapital dort einsetzen, wo reale wirtschaftliche Bedürfnisse bestehen.

Genau deshalb interessieren mich Sachwerte, die nicht nur auf steigende Preise hoffen, sondern einen konkreten Nutzen erfüllen.

Wenn Kapital dazu beiträgt, die Funktionsfähigkeit wichtiger Infrastruktur zu unterstützen, entsteht für mich eine besondere Verbindung:

Ökonomie und gesellschaftlicher Nutzen arbeiten miteinander.

Das bedeutet nicht, dass solche Investitionen risikofrei wären.

Auch reale Sachwerte, Betreiberkonzepte, Verträge und wirtschaftliche Annahmen müssen sorgfältig geprüft werden.

Doch die Ausgangsfrage verändert sich.

Nicht:

Wo bekomme ich absolute Sicherheit?

Sondern:

Wie stelle ich mich so auf, dass ich auch bei Veränderungen handlungsfähig bleibe?

Vielleicht ist genau das die realistischere Definition von Sicherheit.

Nicht die Gewissheit, dass niemals etwas passiert.

Sondern die Gewissheit, sich mit möglichen Entwicklungen beschäftigt und entsprechende Entscheidungen getroffen zu haben.

Mein persönlicher Leitsatz dazu lautet:

Es ist nicht entscheidend, was passiert, sondern dass wir darauf vorbereitet sind.

Denn am Ende ist Sicherheit kein Zustand.

Sie ist eine Haltung.

Und manchmal besteht das größte Risiko gerade darin, aus Angst vor einer falschen Entscheidung überhaupt keine zu treffen.

WOFÜR investieren wir?

Vielleicht auch dafür, Strukturen zu schaffen, die funktionieren, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Der Autor:

Hans Koppenhöfer begleitet Unternehmer, Selbstständige und vermögende Privatpersonen bei der Entwicklung nachhaltiger Sachwertstrategien. 

Mit seiner Kolumne »WOFÜR - Gedanken mit Haltung« betrachtet er Investitionen nicht nur unter Renditegesichtspunkten, sondern auch nach ihrem langfristigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen.

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