Der Begriff »New Work« ist gerade in aller Munde. Viele große Unternehmen ergreifen bereits die Initiative, stellen auf »New Work« um und auch Führungskräfte finden sich immer mehr in einer neuen Rolle wieder. Aber was ist dieses »New Work« eigentlich und wieso ist es in der Arbeitswelt von heute und morgen nicht mehr wegzudenken?
Die Gesellschaft, und damit auch der Arbeitsmarkt, befindet sich in einem stetigen Wandel. Während vor einigen Jahren noch Werte wie »Sicherheit« und »Existenzsicherung« ganz oben auf der Prioritäten-Liste für einen Job standen, sind heute Dinge wie »Selbstverwirklichung«, »Eigenverantwortung« und »Flexibilität« super wichtig und ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Arbeitgebers. ArbeitnehmerInnen wollen heute keine einfachen »Werkzeuge« mehr für das Unternehmen sein, sondern einen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen, mitgestalten können und ihre eigenen Werte und Bedürfnisse berücksichtigt wissen.
Und genau hier setzt »New Work« an: Der Mensch steht im Vordergrund mit all seinen Werten, Qualitäten und Bedürfnissen! Der Begriff »New Work» ist grundsätzlich nicht eindeutig definiert, besagt aber definitionsunabhängig, dass Unternehmen menschenorientiert zukunftsfähiger und erfolgreicher sind, als Unternehmen, die den Mitarbeitenden nur als ein Mittel zum Zweck sehen.
Leider gibt es dafür keine genaue Anleitung, da jede Branche und jedes Unternehmen anders ist, es verschiedene Anforderungen gibt und sich die Visionen der Unternehmen stark unterscheiden, sodass nicht jede Maßnahme oder jedes Tool in jedem Unternehmen Sinn ergibt.
Zum Beispiel ist das Tool »Home-Office« in einen Fitnessstudio sinnlos, da der Trainer vor Ort sein muss, um seiner Tätigkeit nachgehen zu können. Es geht dabei vielmehr um die Arbeitskultur und die damit verankerten Werte und nicht um einzelne Maßnahmen, die angeboten und umgesetzt werden. Leider denken einige Unternehmen immer noch, dass es mit einem Obstkorb, dem Tischkicker und Home-Office getan ist und sie damit »New Work« leben.
Es gibt Tools wie den Tischkicker, um zum Beispiel das Miteinander und den interdisziplinären Austausch im Unternehmen zu fördern. Wenn sich hier aber immer nur dieselben vier Menschen treffen, ist das Ziel damit verfehlt. Es steckt also viel mehr dahinter, als einfach wahllos irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen, ohne sich bewusst zu sein, was damit wirklich erreicht werden soll.
Eine wesentliche Rolle dabei nehmen die Führungskräfte ein, deren Rolle sich total verändert hat. Statt zu delegieren, zu kontrollieren und zu sanktionieren ist es immer wichtiger das Team und jeden Einzelnen zu unterstützen, zu coachen und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der Mitarbeiter glücklich ist und so bestmögliche Ergebnisse erzielt werden können. Dazu ist es entscheidend, dass die Führungskraft die neue Rolle annimmt und bereit ist, zu lernen und sich anzupassen. Als Dank erhält sie ein intrinsisch motiviertes Team, welches eigenständig arbeitet und somit mehr Zeit für die Führungskraft bleibt, die wirklich wichtigen Aufgaben anzugehen. Nervige Aufgaben wie das ständige Kontrollieren oder die ständige Beantwortung kleiner Fragen fallen weg, da MitarbeiterInnen selbstständig arbeiten und mit eigener Entscheidungsfreiheit ausgestattet sind.
Zu »New Work« gehören noch viele weitere Bereiche wie Flexibilität, Transparenz, Work-Life-Blending, und vieles mehr. Das klingt erst einmal viel und sehr komplex. Mit der richtigen Strategie ist die Umstellung aber kinderleicht. Die Vorteile und die Notwendigkeit, aufzuwachen und das eigene Unternehmen an die heutige und zukünftige Gesellschaft anzupassen, liegt jedoch auf der Hand und ist nicht wegzudiskutieren.
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