In Deutschland gibt es gefühlt für jeden nur erdenklichen Fall eine Versicherung. Kein Wunder, denn das mitunter ein wenig übertriebene Sicherheitsbedürfnis der Deutschen ist international ganz offiziell als »German Angst« bekannt. Neben all den teuren aber verzichtbaren Versicherungen gibt es jedoch auch einige, die so essentiell sind, dass sie eigentlich für jeden Bundesbürger verpflichtend sein sollten. Das trifft auch auf die Haftpflichtversicherung zu. Warum aber ist die private Haftpflichtversicherung so wichtig?
Auch wenn die private Haftpflichtversicherung enorm wichtig ist, zählt sie anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht zu den Pflichtversicherungen. Für einen minimalen Monatsbeitrag von in der Regel nicht mehr als 5 bis 6 Euro schützt sie den Versicherten jedoch vor Forderungen Dritter für verursachte Sach-, Personen- und Vermögensschäden.
Ebenfalls mit inbegriffen ist der Schutz vor unberechtigten Forderungen. In einem solchen Fall trägt die private Haftpflichtversicherung beispielsweise auch Gerichts- und Anwaltskosten. Ausschlaggebend für die Höhe der Versicherungsleistung ist immer die vereinbarte Deckungssumme, die bei mindestens 5 Millionen Euro liegen sollte. Kommt es nun zum Schadensfall, ist der Versicherte bis zu diesem Limit abgesichert, sofern der Schaden nicht mutwillig verursacht wurde.
Auch Mietsachenschäden, Gefälligkeitsschäden, die Kostenübernahme für Schäden bei der Ausübung eines Ehrenamts oder den Verlust eines dienstlichen Schlüssels, sind in der Regel nicht automatisch mitversichert. Wer sich für einen Familientarif entscheidet, kann zudem den Partner und die Kinder gegen einen minimalen Aufpreis mitversichern. Senken lässt sich die Versicherungsprämie hingegen durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung, bis zu der jeder Schaden aus der eigenen Tasche gezahlt werden muss.
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