Während sich scheinbar die ganze Welt mit den Plänen Facebooks beschäftigt, da hier geplant wird, dass eine eigene Kryptowährung namens Libra auf den Markt gebracht werden soll, wird hingegen übersehen, dass nun die Chinesen wohl demnächst mit einer eigenen digitalen Währung an den Start gehen werden.
So hat die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ davon berichtet, dass sich China kurz davor befinde, nun eine eigene Kryptowährung herausgeben zu wollen. Dabei berief sich die Nachrichtenagentur auf Mu Changchun, den Vizedirektor der chinesischen Notenbank. Ein genauer Zeitpunkt, wann die chinesische Kryptowährung erstmals herausgegeben wird, wurde jedoch noch nicht verraten.
Dass in China schon seit längerer Zeit an einer eigenen Kryptowährung gearbeitet wird, mag keine Überraschung sein. Jedoch war bislang kaum bekannt, wie weit das Projekt schon fortgeschritten ist. Die digitale Währung soll, so Mu Changchun, die Zentralbankgeldmenge M0 ersetzen. Unter diesem Begriff wird der Bargeldumlauf sowie die Überschussreserven der Geschäftsbanken bei der Notenbank verstanden.
China erhofft sich von der Digitalwährung eine verbesserte Geldzirkulation sowie Internationalisierung. Des Weiteren dürfte das dem Staat noch einen besseren Einblick in das Bürgerverhalten ermöglichen, da jede einzelne Finanztransaktion überblickt werden könnte.
Folgt man dem Bericht von „Bloomberg“, so wird es den Händlern möglich sein, Yuan in die neue Kryptowährung umtauschen zu können, die dann in einem digitalen Portemonnaie aufbewahrt werden wird. Mit der chinesischen Kryptowährung kann man dann Zahlungen tätigen wie auch empfangen.
Die Industrieproduktion ist zuletzt so langsam wie vor 17 Jahren gewachsen – der Yuan erlebte Anfang Mai sowie Anfang August eine deutliche Abwertung. Seit Mai 2008 muss man für einen US Dollar sieben Yuan bezahlen.
Lag der Bitcoin gegen Anfang des Jahres noch bei 3.500 US Dollar, so kratzte die digitale Währung Ende Juni an der 14.000 US Dollar-Grenze. Auch wenn man vom Allzeithoch, das Ende 2017 bei fast 20.000 US Dollar lag, noch weit entfernt ist, so stimmt zumindest die Richtung. Denn nachdem die Kryptowährung im Jahr 2018 rund 80 Prozent des Werts verloren hat, scheint man sich nun wieder auf der Erfolgsspur zu befinden.
So auch, wenn den aktuellen Prognosen geglaubt werden darf. Viele Analytiker wie Experten sehen den Bitcoin bereits bei über 20.000 US Dollar – des Weiteren gibt es auch Berechnungen, die die Kryptowährung sogar schon bei 100.000 US Dollar sehen.
Prognosen sollten aber nie als Gewinngarantie verstanden werden. Unvorhergesehen Ereignisse können immer wieder für kleinere wie auch größere Beben sorgen, die sodann den Kurs nach oben wie auch nach unten treiben können. Investiert man also in den Bitcoin, so darf man niemals einen Verlust ausschließen.
China wäre tatsächlich die erste große Volkswirtschaft, die den Schritt wagt und eine eigene Kryptowährung einführt. Auch wenn einige Notenbanken forschen, so etwa die schwedische Zentralbank, gibt es in keinem anderen Land Überlegungen, eine eigene Digitalwährung einführen zu wollen.
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